WIRTSCHAFT
29/10/2015 10:10 CET | Aktualisiert 29/10/2015 17:02 CET

Diese dreisten Wirtschaftsflüchtlinge schwelgen im Luxus

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MUGLA, TURKEY - OCTOBER 19: Eclipse, the private luxury yacht of Russian billionaire Roman Abramovich, anchors at Hisaronu Bay in Marmaris district of Mugla, southwestern Turkey on October 19, 2015. The 163-meter-long Eclipse, world's second largest private yacht, has two helicopter pads, 24 guest cabins, two swimming pools, a disco hall, a movie theater and two mini-submarines. (Photo by Levent Kisi/Anadolu Agency/Getty Images)

Die Deutschen fürchten, dass viele Asylbewerber keine "echten" Flüchtlinge sind. Sondern Menschen, die nur wegen des Geldes einreisen. Doch die schlimmsten Wirtschaftsflüchtlinge kommen nicht vom Balkan oder aus Afrika. Sie kommen aus reichen Ländern, in denen man sie nicht vermuten würde.

Es ist eine Liste der Schande, die Mitarbeiter der Kapitalismus-Kritiker "Citizens für Tax Justice" jüngst veröffentlichten: Die größten 500 amerikanischen Konzerne verstecken der Studie des NGO zufolge über 1,9 Billionen Dollar vor den US-Steuerbehörden.

Der Großteil dieser Summe, die mehr als dem Sechsfachen des deutschen Bundeshaushalts entspricht, entfällt auf die ganz Großen der amerikanischen Wirtschaft. Zwei Drittel des Fluchtgelds kommt von lediglich 30 US-Multis. Der Trick: Unternehmen gründen einfach Tochterfirmen in Steueroasen und verlagern ihre Gewinne dorthin.

Und die Konzerne werden offenbar immer dreister: Seit 2008 hat sich die Menge des in den Cayman Islands und anderen obskuren Steueroasen gebunkerten Geldes verdoppelt.

wirtschaftsfluechtlinge

Besonders negativ tun sich den Berechnungen der Nichtregierungs-Organisation zufolge drei Unternehmen hervor, von denen zumindest zwei auch in Europa wegen ihrer Steuermoral zuletzt massiv in die Kritik gerieten.

Besonders ungern zahlt Apple Steuern:

Die Summe ist unglaublich: 181,1 Milliarden Dollar, also gut 165 Milliarden Euro, soll der IT-Riese Apple der Studie zufolge bis 2014 am amerikanischen Fiskus vorbeigeschleust haben. Fast 60 Milliarden Dollar, etwa 55 Milliarden Euro, an Steuern müsste Apple berappen, wenn es das Geld zurück in die USA bringen würde. Das berichtet "ntv".

Bereits 2013 musste sich Apple-Chef Tim Cook, dessen deutsche Tochter eine Anfrage der „Huffington Post“ zunächst unbeantwortet ließ, im US-Parlament für seine Steuertricks rechtfertigen: Der damalige Vorwurf: Apple soll für Gewinne im zweistelligen Milliardenbereich weder in den Vereinigten Staaten, noch in irgendeinem Land der Erde, Steuern bezahlt haben.

Ein Siemens-Konkurrent ist Nummer 2

Nummer Zwei auf der Liste ist General Electrics. Der Siemens-Konkurrent, der viele seiner Gewinne in Europa erzielt, soll den Zahlen der "Citizens für Tax Justice" zufolge über 100 Milliarden Euro am US-Fiskus vorbeigeschleust haben.

Auch Microsoft bei der Umgehung von Steuern kreativ

Microsoft soll 108 Milliarden US-Dollar, was zuletzt fast 100 Milliarden Dollar entsprach, vor den amerikanischen Finanzbehörden versteckt haben. Der Konzern geriet auch in Europa bereits heftig in die Kritik. Das Unternehmen, das sich auf Anfrage nicht äußert, soll seine irische Niederlassung zur Steuervermeidung eingesetzt haben.

Diese Unterkunft war einigen Flüchtlingen nicht gut genug – kein Wunder

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