WIRTSCHAFT
29/10/2015 01:52 CET | Aktualisiert 03/11/2015 04:18 CET

"Er hat mit den Löwen gekämpft": Endlich outet sich Hans-Werner Sinn - als Varoufakis-Fan

DPA
Hans-Werner Sinn ist ein Varoufakis-Fan

Wenn ein Marxist und ein liberaler Ökonom aufeinandertreffen, fliegen die Fetzen - könnte man meinen. Doch als der Präsident des ifo-Instituts Hans-Werner Sinn und der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis gestern auf dem Podium in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität in München Platz nahmen, herrschte eitel Sonneschein - die beiden verstehen sich prima.

Varoufakis war voll des Lobes für Sinn. "Ich versuche krampfhaft etwas zu finden, mit dem ich nicht übereinstimme", sagte er nach den Ausführungen seines Kollegen. "Wir sind wie Spiegelbilder voneinander."

Sinn ging mit der Euro-Zone hart ins Gericht. "Griechenland hätte niemals dem Euro beitreten dürfen“, sagte er. "Stimmt", pflichtete Varoufakis bei. "Aber einmal beigetreten ist ein Austritt nicht mehr möglich."

Nur in diesem Punkt unterschieden sich ihre Meinungen. Während Sinn der Ansicht war, man hätte eine Grexit mal ausprobieren sollen, sagte Varoufakis, dies gehe technisch nicht. "Wir haben das nicht Plan B, sondern Plan X genannt", sagt er. Das bedeutet allerdings nicht, dass er ein Befürworter des Euros sei. "Ich wünschte, wir wären nicht in der Eurozone", sagt Varoufakis. "Aber ich bin dagegen sie jetzt zu verlassen."

Varoufakis hatte einen anderen Vorschlag. "Wäre es nicht überlegenswert, wenn Deutschland den Euro verlässt?“ Er betonte, dass die kein Witz sei. "Wenn wir übereinstimmen, dass die Eurozone so nicht funktioniert, dann sollte Deutschland darüber nachdenken, sie zu verlassen", sagt Varoufakis. "Das ist für ein starkes Land viel einfacher."

Für Hans-Werner Sinn ist Varoufakis ein Held. "Ein mutiger Ökonom, der den Elfenbeinturm verlassen hat, um mit den Löwen zu kämpfen! Und er hat überlebt", sagte der ifo-Chef.

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