POLITIK
29/10/2015 07:14 CET | Aktualisiert 29/10/2015 07:28 CET

Arbeitslosigkeit auf Rekordtief - das sind drei Gründe für den Aufschwung

dpa

Es ist ein Wert, den viele Experten noch vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Zuletzt waren 2,649 Millionen Menschen ohne Job, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Das waren 59 000 Erwerbslose weniger als im September und 83.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent.

Damit erreicht die Arbeitslosigkeit in Deutschland einen 24-Jahres-Tiefstwert. Zuletzt hatte es im November 1991 weniger als 2,7 Millionen Arbeitslose in der Bundesrepublik gegeben. Behördenchef Frank-Jürgen Weise sagte: «Die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hält weiter an.»

Auch saisonbereinigt seien Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung leicht gesunken: Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl ging um rund 5000 auf 2,788 Millionen zurück, in Westdeutschland um 2000, im Osten um 3000.

Hier sind die drei Gründe für die Rekordzahlen:

1. Die Arbeitskräftenachfrage hat nochmals zugelegt. Die Zahl der offenen Stellen stieg im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 95.000 auf 612.000. Besonders gesucht waren laut BA Arbeitskräfte in Verkehr und Logistik, Verkauf sowie Metallerzeugung, -bearbeitung und Metallbau. Auch in den Berufsfeldern Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik suchen die Firmen weiter nach Fachkräften.

2. Zahl der Menschen mit regulärem Job ist weiter gewachsen. Nach den jüngsten Daten vom September stieg die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 50.000 auf 43,40 Millionen. Das waren 381.000 mehr als im Vorjahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte von Juli auf August um 59.000 auf 31 Millionen zu. Das waren 691.000 mehr Menschen mit regulärer Beschäftigung als vor einem Jahr.

3. Jobturbo springt immer nach dem Sommer an. Die Unternehmen stellen nach der Sommerpause vermehrt neue Mitarbeiter ein. Auch Ausbildungsabsolventen finden nach vorübergehender Arbeitslosigkeit einen Job.

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