POLITIK
29/10/2015 05:22 CET | Aktualisiert 29/10/2015 12:41 CET

Abrechnung mit Schäuble & Co.: Varoufakis schlägt Euro-Austritt von Deutschland vor

dpa

Sein Ringen mit der EU bestimmte über Monate die Schlagzeilen. Nach seinem Ausscheiden aus Athens Regierung kämpft Griechenlands Ex-Finanzminister Gianis Varoufakis jetzt als Solo-Kämpfer gegen die Finanzpolitik der Eurozone. Für viele Linke gilt er immer noch als eine Art Posterboy des Widerstands gegen Brüssels Spardiktat.

Bei einer Veranstaltung in München hat Varoufakis jetzt wieder einmal kräftig ausgeteilt. Thema des Abends: Die Zukunft Griechenlands - und die Zukunft Europas. "Die europäische Krise treibt unsere Völker auseinander", kritisierte Varoufakis. Es gebe Barrieren, die "niedergerissen werden müssen", sagte er.

Varoufakis habe zudem einen "ernst gemeinten Vorschlag", wie er betonte. „Wäre es nicht überlegenswert, wenn Deutschland den Euro verlässt?"

Als er sein Amt im Januar 2015 antrat, habe er klare Ziele gehabt, erzählte Varoufakis - unter anderem wichtige Marktreformen sowie eine Aufsplittung der Schuldenverhandlungen. "Das war der Plan. Lassen Sie mich nun meine Frustration mit Ihnen teilen", sagt er und kritisierte die Tatsache, dass eine Debatte damals nicht zugelassen worden sei.

Niemand habe wirklich daran geglaubt, dass der neue Rettungsplan für Athen aufgehen würde - weder der Währungsfonds, noch Finanzminister Wolfgang Schäuble. Und erst recht nicht die EU. "Ich wollte nicht ein weiterer griechischer Minister sein, der Pläne schreibt, an die er sich nicht hält", begründete er seinen Rücktritt - und fügte hinzu: "Ich bin sicher, dass das aktuelle Programm scheitern wird".

Der Fall Griechenland zeige, dass die Eurozone nicht auf ein langfristiges Bestehen ausgelegt sei. "Die Frage ist nur, was wir jetzt daraus machen", sagte Varoufakis.

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