POLITIK
28/10/2015 14:21 CET | Aktualisiert 29/10/2015 04:30 CET

Hier verraten die USA etwas, was Putin bislang geheim halten wollte

Salah Malkawi
Baschar al-Assad (l.) und Wladimir Putin (r.) bei einem Treffen in Moskau.

Russlands Präsident Wladimir Putin tut viel, um den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zu stützen. Analysen der russischen Luftangriffe auf Syrien belegen, dass Putin entgegen seiner Beteuerungen vor allem Ziele bombardiert, die Assad gefährlich werden können. Außerdem hat er den international geächteten Machthaber in Russland empfangen. "Es ist kein Verdacht: Russland will zuallererst das Überleben von Machthaber Baschar al-Assad sichern“, sagte Emile Hokayem vom Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) diesen Monat.

Vor diesem Hintergrund überrascht, was CIA-Chef John Brennan nun sagte. Wie verschiedene Medien unter die Berufung auf die Agentur AFP berichten, sagte Brennan bei einer Sicherheitskonferenz in Washington: "Egal, was sie sagen: Ich glaube, dass die Russen keine Zukunft für Assad in Syrien sehen", Offensichtlich hatte sich der russische Präsident die Effekte seiner Angriffe anders vorgestellt.

Auch Putin wisse, dass es keine militärische Lösung geben könne und das Land einen politischen Prozess brauche. Durch das militärische Eingreifen Russlands wolle Putin vorwiegend seinen Einfluss ausbauen, um auf lange Sicht seine politischen Interessen durchsetzen zu können. Putin hatte unter anderem die USA mit seinem Syrien-Einsatz brüskiert. So attackierte er von den USA unterstützte Rebellengruppen in Syrien und wies zu Anfang seiner Lufteinsätze die USA an, syrischen Luftraum zu verlassen. Außerdem empfing er diverse arabische Staatschefs, um mit ihnen über eine Lösung zu diskutieren. All das kann als Versuch gelten, sein schwindendes internationales Gewicht zu stärken.

Möglicherweise ist Putins mutmaßliche Einsicht relativ neu. Wie Brennan sagte, griff die russische Armee die Rebellengruppen in den Regionen Idlib im Nordwesten und Hama an, um so den Druck auf die Führung in Damaskus zu verringern. "Aber dann haben sie gemerkt, dass es viel schwieriger ist, gegen die Opposition vorzugehen, als sie gedacht hatten“, erklärt Brennan.

Um einer Lösung des Syrien-Konflikts endlich einen Schritt näher zu kommen, wird sich US-Außenminister John Kerry mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow treffen. Mit dabei: die Außenminister der Türkei und Saudi-Arabiens. Eventuell wird sogar Irans Außenminister Mohammad Javad Zarif anwesend sein. Gemeinsam wird dann am Freitag in Wien verhandelt.

Aufnahmen des Verteidigungsministeriums: Im Video: Russischer Jet kommt US-Drohne über Syrien plötzlich bedrohlich nahe

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