POLITIK
28/10/2015 03:42 CET | Aktualisiert 28/10/2015 10:27 CET

Flüchtlingskrise: So soll Österreich Deutschland austricksen

Es sind krasse Vorwürfe, die die "Bild"-Zeitung gegen Österreich erhebt: Das Blatt berichtet am Mittwoch, dass das Land gezielt Tausende Flüchtlinge nach Deutschland abschiebt. Das sollen Unterlagen der Bundespolizei belegen.

Die Anschuldigungen sind äußerst brisant: Anstatt die Asylanträge der Flüchtlinge anzunehmen, würden die österreichischen Grenzpolizisten die Menschen einfach weiterschicken. Die "Bild" berichtet von einem Syrer, der in Österreich Asyl beantragen wollte.

Die Beamten hätten sich geweigert, den Antrag des Mannes anzunehmen. Stattdessen hätten sie ihn weiter nach Deutschland geschickt - obwohl sie ihm zuvor versprochen hatten, ihn nach Wien zu bringen.

Das sei "kein Einzelfall", schreibt das Blatt - und beruft sich dabei wieder auf den vertraulichen Bericht der Bundespolizei. Allein am vergangenen Wochenende hätten deutsche Sicherheitsbehörden 22.256 illegale Grenzübertritte von Österreich nach Deutschland registriert, schreibt das Blatt.

Derzeit sind die deutsch-österreichischen Beziehungen mehr als angespannt. "Deutschland übernimmt aktuell einfach zu wenig Flüchtlinge", hatte Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zuletzt gesagt. Ihr Land sei "am Limit", kritisierte Mikl-Leitner.

Gegenwind kam aus München: Seehofers CSU-Landesregierung prangerte zuletzt an, dass Österreich zahllose Menschen auf einen Schlag unabgesprochen an die deutsche Grenze bringe. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, dies gefährde die Sicherheit und Ordnung hierzulande.

Seit Anfang September seien mindestens 318.000 Menschen in den Freistaat gekommen. Sozialministerin Emilia Müller nannte die Zustände auf der österreichischen Seite "inhuman".

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