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28/10/2015 23:58 CET | Aktualisiert 29/10/2015 04:40 CET

Eine Kontenprüfung führte zu einer überraschenden Wende im WM-Skandal

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Franz Beckenbauer
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DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Franz Beckenbauer

Eine überraschende Wende in der "Sommermärchen"-Affäre. Eine Wirtschaftsprüfung hat ergeben, dass die 6,7 Millionen Euro, die sich das Organisationskomitee der WM 2006 von Louis-Dreyfus geliehen hatte, niemals auf ein Konto der Fifa geflossen sind. Das geht nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung aus einer Prüfung der US-Kanzlei Quinn Emanuel hervor, die im Auftrag des Weltfußballverbandes die Fifa-Konten für den fraglichen Zeitraum überprüfte.

Wo ging das Geld hin? Das Darlehen für das Organisationskomitee der WM 2006 kann nicht wie bisher behauptet für die Fifa-Finanzkommission bestimmt gewesen sein, sondern war offenbar eine Schmiergeld-Zahlung. Somit steht die Glaubwürdigkeit von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und OK-Chef Franz Beckenbauer in Frage.

Bislang hatte die Fifa nur dementiert, dass das Geld 2002 eingegangen sei. Ein Beteiligter soll der Tageszeitung gesagt haben, dass die 6,7 Millionen Euro von Louis-Dreyfus auch davor und danach niemals auf ein Konto der Fifa eingegangen. Auch eine Bareinzahlung wurde nicht gefunden.

Der Druck auf DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erhöht sich. Er hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass Deutschland im Jahr 2002 einen Beitrag von 10 Millionen Franken (6,7 Mio Euro) an die Fifa hätte überweisen müssen, um einen Organisations-Zuschuss über 170 Millionen Euro zu erhalten.

Das habe ihm Franz Beckenbauer in einem persönlichen Gespräch gesagt. Deshalb habe man sich das Geld als Kredit bei Louis-Dreyfus besorgt. In seiner Anhörung bei der vom DFB beauftragten Kanzlei "Freshfields" soll Franz Beckenbauer laut "FAZ" erneut die Fifa-Finanzkommission als Empfänger genannt haben. Offiziell kann es aber die Finanzkommission nicht gewesen sein. Die Kommission hat keine eigenen Konten.

Geklärt ist laut Fifa-Bericht immerhin die Rückzahlung der Dreyfus-Millionen im Jahr 2005. Die Kanzlei Quinn Emanuel fand nicht nur eine 6,7-Mio.-Euro-Überweisung des DFB an die Fifa, sondern auch die Weiterleitung in derselben Höhe am selben Tag auf das Dreyfus-Konto. Angewiesen wurde der Betrag vom damaligen FIFA-Generalsekretär Urs Linsi.

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