LIFESTYLE
27/10/2015 12:29 CET | Aktualisiert 21/01/2018 09:44 CET

Ständig verspottete sie andere Mütter. Dann geschah etwas, das ihre Meinung für immer änderte

"Ich verurteile Leute die ganze Zeit. Ich verurteile Mütter, die arbeiten. Ich meine, warum lassen sie ihre Kinder allein?“, fragte Jennifer. Sie hat ein sorgsam eingerichtetes Haus und zwei kleine Kinder, die sie als Hausfrau und Mutter versorgt. Das Mädchen lässt sie mit Perlen fotografieren, den Jungen mit Fliege. Perfekte Vorstadtidylle.

Sie weiß nicht, wie es der anderen Mutter, Shyrelle, geht.

Die elegant gekleidete junge Frau zieht ihre Tochter alleine groß. „Die Leute haben auf meinen Babybauch und dann auf meinen Ringfinger geschaut. Dann haben sie mich gefragt, warum ich nicht verheiratet bin.“

Shyrelle ist auf dem Weg zur Arbeit, als sie in dem Video von Similac ihre Geschichte erzählt. Vorher bringt sie ihre Tochter zu ihrer Großmutter. „Ich muss arbeiten. Niemand zahlt meine Rechnungen, wenn ich zu Hause bleibe. Und niemand, der meine Situation nicht kennt, sollte über mich urteilen“, sagt sie unter Tränen.

In der Kampagne von Similac, einem US-amerikanischen Hersteller von Babyartikeln, sprechen verschiedenste junge Frauen über ihr Muttersein. Laut Similac fühlen sich 95 Prozent aller Mütter von anderen negativ bewertet.

Und das Gefühl mag einen realen Ursprung haben – wie Ada erzählt: „Ich war immer die, die Mütter schreiender Kinder böse Blicke zuwarf und für alle hörbar sagte: Wieso hat sie das Kind nicht im Griff?“ Jetzt ist sie selbst Mutter und versucht, ihren Job und zwei Kinder unter einen Hut zu bringen – ohne irgendwelche Kompromisse machen zu müssen.

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Aber auch Frauen wie Dawn äußern ihre Vorurteile gegen andere Mütter

„Ich musste für die Entscheidungen kämpfen, die ich für mein Baby getroffen habe, und wenn jemand das Gegenteil von dem tut, was ich für richtig halte, dann verurteile ich das.“

Sie erklärt: „Es ist ein Kompromiss für mich zu sagen, dass mein Sohn ein Junge ist. Wir wollten, dass er geschlechtsneutral aufwächst.“ Sie stillt ihr Baby und blickt auf die Frauen herab, die ihrem Kind das Fläschchen geben. Stillen soll doch viel gesünder sein, meint Dawn.

Sie verurteilt Frauen wie Leslie und Yalixa, die ihre Babys mit dem Fläschchen großziehen. Leslie erzählt: „Wenn ich meinem Kind das Fläschchen gebe, fragen mich die Leute, ob da Muttermilch drin ist. Meine Antwort ist: Nein, ich habe es wirklich versucht, aber es hat nicht geklappt. Das ist ein Gespräch, das ich mit einem Fremden führen muss.“

Yalixas Entscheidung für das Fläschchen hat einen traurigen Hintergrund: „Wir hatten Fehlgeburten und dann kam endlich unsere Tochter zur Welt. Ich wollte ihr alles geben, was sie brauchte, aber ich konnte sie wegen einer Krankheit nicht stillen, was für mich ein totales Gefühl von Versagen war.“

Für die Initiatoren der Kampagne ein Signal, alle Mütter zusammenzubringen, damit sie gemeinsam über ihre Hintergründe und Entscheidungen sprechen können. Damit sie sich nicht mehr wegen Vorurteilen wie Versagerinnen fühlen und damit sie die Mütter kennen lernen, die sie selbst verurteilen.

Dawn ist tief getroffen, als sie Yalixas Geschichte hört:

„Es tut mir unendlich leid, dass ich dich verurteilt habe, als ich dich mit dem Fläschchen gesehen habe. Das mit den Fehlgeburten und deiner Krankheit habe ich vorher nicht gewusst.“

Auch Jennifer hat ihre Ansicht über arbeitende Mütter und alternative Lebensstile geändert: „Ich hätte vorher gesagt, dass das, was Dawn tut, extrem ist. Aber es ist egal, ob die Leute denken, dass etwas falsch oder richtig ist. Es liegt an dir, wie du das machen willst.“

Und sie fügt hinzu: „Es gibt nichts großartigeres, als von einer anderen Mutter zu hören, dass du eine gute Mutter bist. Das ist manchmal alles, was du wissen musst.“

Video:

Unglaublich: Dank einer neuen Technologie sieht eine blinde Mutter ihr Baby zum ersten Mal


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