POLITIK
27/10/2015 19:07 CET

Österreicher hamstern Waffen - angeblich wegen der Flüchtlinge

Österreicher hamstern Waffen - angeblich wegen der Flüchtlinge
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Österreicher hamstern Waffen - angeblich wegen der Flüchtlinge

Die Österreicher rennen Waffengeschäften die Bude ein. Wie das Portal „oe24“ berichtet, sollen in diesem Jahr 70.000 Waffen mehr als im gleichen Zeitraum im Jahr zuvor verkauft worden sein. Um welchen Zeitraum es sich genau handelt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Grund für den Waffenkauf soll die Angst vor Flüchtlingen und Einbrechern sein. Das Portal zitiert den Tiroler Waffenhändler Stefan Mair aus Fulpmes. Er sagt, wegen der sozialen Veränderungen würden sich die Menschen schützen wollen. Insbesondere Frauen kauften sich Waffen.

Waffen, die in Österreich ohne Waffenbesitzkarte erhältlich sind, sollen teils ausverkauft sein. Thomas Ortner, Sprecher der Waffenhändler in Oberösterreich, sagte dem Portal, dass aus diesem Grund derzeit „praktisch alle Schrotflinten ausverkauft“ seien. Kurse, die zum Besitz von Pistolen nötig sind, fänden derzeit fünf Mal so häufig statt wie sonst.

An den Grenzen Österreichs spielen sich derzeit chaotische Szenen ab. Sowohl an der Grenze zu Slowenien als auch zu Deutschland warten verzweifelte Flüchtlinge. Die Zusammenarbeit zwischen den Staaten, um die Menschen zu versorgen, ist mehr als mangelhaft. So kritisierten bayerische Politiker, Österreich schicke mehr Flüchtlinge als abgesprochen.

Das Waffen-Hamstern ein verheerendes Signal. Eine Warnung, dass es offenbar Menschen gibt, die ernsthaft erwägen, auf Flüchtlinge zu schießen. Eine Warnung, dass die Bevölkerung voll von Ängsten und Vorurteilen steckt. Eine Warnung, dass die Aggression inakzeptabel hoch ist. Eine Warnung, dass die Politik extrem schnell reagieren muss, wenn sie eine dramatische Eskalation verhindern will.

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