POLITIK
27/10/2015 18:24 CET | Aktualisiert 28/10/2015 11:11 CET

Migrationsforscher prophezeit: "In zehn Jahren wird man Merkel dankbar sein"

dpa
Forscher sagt voraus: "In zehn Jahren wird man Merkel dankbar sein"

Rückendeckung für die Bundeskanzlerin: Der Migrationsforscher Rainer Bauböck ist vom langfristigen Nutzen der aktuellen Einwanderung überzeugt. "In zehn Jahren wird man einer Kanzlerin Merkel dankbar sein", sagte er der österreichischen Zeitung "Der Standard". Und das nicht nur, weil sie in humanitärer Sicht richtig gehandelt habe, „sondern auch, weil sie etwas getan hat, was zum Vorteil des Wirtschaftsstandorts Deutschland war".

Kurzfristig stünden die Sozialsysteme vor Herausforderungen, räumte der Wiener Wissenschaftler ein. Auch bei Geringverdienern könne es zu einem sogenannten Verdrängungswettbewerb zwischen schlecht qualifizierten Einheimischen und Einwanderern kommen. „Die Antwort kann nur lauten, in Bildung zu investieren", sagt Bauböck.

Er sei überrascht von der Haltung Angela Merkels gewesen. Im Nachhinein könne man diese aber leicht erklären. „Sie ist in einer Position der innenpolitischen Stärke und hat mit keiner starken rechtspopulistischen Opposition zu kämpfen.“ In Europa sei Deutschland in eine Führungsrolle gedrängt worden. „Und Merkel ist die erste Kanzlerin, die versucht, diese Rolle auszufüllen.“

Klar müsse aber sein, dass schwächere Gruppen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es dürfe etwa nicht passieren, dass die Rentnerin den Eindruck habe, sie müsse nur ein Flüchtling sein, um besser wegzukommen. „Das müssen wir hinbekommen, sonst gibt es böses Blut".

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