POLITIK
27/10/2015 02:53 CET | Aktualisiert 27/10/2015 08:51 CET

Experten befürchten: Putin könnte Internet-Kabel mit U-Booten zerstören

Es ist ein beunruhigender Bericht, den die renommierte "New York Times" jetzt veröffentlicht hat: Russlands Präsident Wladimir Putin lässt seine U-Boote und Zerstörer derzeit vermehrt in internationalen Gewässern kreuzen. Dabei sollen sie sich auffallend nah an Glasfaser-Leitungen bewegen. Diese Leitungen sind wichtig für das Internet.

Warum ist das so bedrohlich? US-Geheimdienste befürchten, dass Putin diese Kabel zerstören könnte, sollte es zu einem Konflikt mit dem Westen kommen. Das würde fatale Folgen haben, denn damit könnte Moskau auch den für die militärische und politische Kommunikation so wichtigen E-Mail-Verkehr kappen. Ein großer Teil des weltweiten Datenaustauschs erfolgt über die Unterwasserkabel.

Sollte das passieren, wäre das "ein Grund zur Sorge", sagte Navy-Sprecher William Marks der „New York Times“. Ähnlich sieht das Frederick J. Roegge, Chef der amerikanischen U-Boot-Flotte: „Ich habe jeden Tag Angst davor, was die Russen tun könnten", zitiert ihn das US-Blatt.

Die Sorge dürfte auch daran liegen, dass eine Sabotage der Leitungen keinen großen Aufwand bedeuten würde. "Es werden ständig Kabel zerschnitten - von Ankern oder bei Naturkatastrophen", sagte Verteidigungsexperte Michael Sechrist dem Blatt.

Schon länger schlagen Sicherheitsexperten Alarm, weil Putin seine Streitkräfte massiv aufrüstet. Vor einigen Monaten erst hatte der Kreml angekündigt, in diesem Jahr mindestens 40 neue atomwaffenfähige Interkontinentalraketen zu beschaffen. Die Aktivität der russischen Marine bezeichnete ein US-Diplomat in der "New York Times" als "ähnlich hoch wie im Kalten Krieg".

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