LIFE
27/10/2015 12:38 CET | Aktualisiert 21/01/2018 09:44 CET

Er war sich so sicher, dass er der Vater ist. Doch ein DNA-Test brachte Erstaunliches zutage

Ist das sein Baby?
Jade Brookbank via Getty Images
Ist das sein Baby?

Ein Paar aus den USA versuchte jahrelang, ein Kind zu bekommen. Aber es klappte einfach nicht. Ihre letzte Hoffnung war eine Fruchtbarkeits-Klinik.

Dort unterzog sich das Paar einer intrauterinen Samenübertragung. Bei dieser Methode werden die Spermien des Mannes speziell aufbereitet und beim Eisprung direkt in den Uterus der Frau eingeführt, um die Chance einer erfolgreichen Befruchtung zu erhöhen.

Und sie hatten Glück: Die Frau wurde dank dieser Behandlung schwanger und die kleine Familie freute sich über die Geburt ihres Sohnes.

Aber dann wurde es verrückt:

Ein Test ergab, dass das Baby die Blutgruppe AB hat, obwohl beide Eltern die Blutgruppe A haben. Das kann sehr, sehr selten vorkommen, ist aber eigentlich so gut wie ausgeschlossen, da die Blutgruppe A dominant vererbt wird.

Die Familie dachte an das Naheliegendste: Die Fruchtbarkeitsklinik musste die Proben mit den Spermien vertauscht haben. Um das zu beweisen, gab das Paar einen Vaterschaftstest in Auftrag.

Das Ergebnis schockierte sie zutiefst. Der Mann war nicht der biologische Vater des Babys. Um ganz sicher zu gehen, machten sie einen zweiten Test und auch dieser ergab, dass der Mann unmöglich der Vater des Babys sein konnte.

Aber die Fruchtbarkeits-Klinik wies jede Verantwortung von sich:

Zu dieser Zeit nahmen die Ärzte dort nur eine andere Samenübertragung vor – mit dem Sperma eines Mannes, der sich auch nicht als Vater des Kindes erwies.

Verzweifelt kontaktierte das Paar einen Anwalt. Der hatte die Idee, einen Vaterschaftstest einzuholen, der mehr Informationen über die DNA des Kindes und des Vaters preisgeben würde.

Er fragte den Genetiker Barry Starr von der Stanford University um Rat.

Dieser empfahl ihnen den Test „23andMe Genetic Service“, der auch Verwandschaftsbeziehungen nachvollziehen kann. Das Ergebnis war eine große Überraschung: Der Vater ist laut DNA-Test der Onkel des Babys. Der Bruder des Vaters war also der eigentliche Erzeuger.

Um das Ergebnis zu untermauern, entnahmen die Forscher DNA-Proben aus dem Sperma und der Wange des Mannes. In der DNA-Probe des Spermas fanden die Wissenschaftler zwei verschiedene Genome (Erbgut). Die Probe bestand zu 90 Prozent aus einem Genom, das mit der Probe aus der Wange übereinstimmte, und zu 10 Prozent aus einem Genom, das mit der Probe des Babys übereinstimmte.

Das klingt unglaublich, aber dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung:

Das andere Genom (die 10% in der Sperma-Probe) stammte vom ungeborenen Zwilling des Vaters. Dieser ungeborene Zwilling ist der biologische Vater des Babys. Denn manchmal passiert es im frühen Stadium der Schwangerschaft, dass zwei verschiedene Embryos (zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als zwei Zellhaufen) sich zusammenschließen und zu einem einzigen Individuum entwickeln.

„Also ist der Vater eine Mischung aus zwei Personen, und gleichzeitig der Vater und der Onkel des Kindes. Das ist verrückt und cool“, sagte Starr dem Portal IFL-Science.

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