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27/10/2015 16:51 CET | Aktualisiert 04/11/2015 04:38 CET

Deutschland will kostenlose Plastiktüten abschaffen - die 8 wichtigsten Infos

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Deutschland will kostenlose Plastiktüten abschaffen - 8 Dinge, die ihr jetzt wissen müsst

Plastikmüll verstopft unseren Planeten, verunreinigt die Meere und tötet die Tiere, die in ihnen leben. Trotz der massiven Gefahr, die von dem stetig wachsenden Plastikberg ausgeht, sind die Gegenmaßnahmen bisher mehr als überschaubar.

Es herrscht dringender Handlungsbedarf. Deutschland will jetzt einen Schritt gehen, der zumindest im Kleinen den wachsenden Plastikberg in Angriff nimmt: Künftig soll es keine kostenlosen Plastiktüten mehr an Ladentheken geben. Das sieht ein Vereinbarungsentwurf vor, den der Deutsche Handelsverband (HDE) in den vergangenen Tagen dem Bundesumweltministerium vorgelegt hat.

Die 8 wichtigsten Punkte aus dem Entwurf des HDE:

1. Ziel der Maßnahme ist es, den Gebrauch von Plastiktüten einzuschränken und für die Verbraucher Anreize zu schaffen, ihre eigenen Tüten - am besten solche aus Stoff, die jahrelang halten - zum Einkauf mitzunehmen.

2. Wie viel sollen die Tüten dann kosten? Der Entwurf sieht vor, dass die Einzelhändler individuell “einen angemessenen Betrag” für die Tüten festlegen, sagte ein HDE-Sprecher der Deutschen Presseagentur. Laut einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” soll der Mindestpreis allerdings 20 Cent betragen.

3. Wann soll die Regelung in Kraft treten? Wie die “SZ” berichtet, ist der Start für April 2016 geplant.

4. Es gibt allerdings eine Einschränkung: Von der Regelung ausgenommen sein sollen die sogenannten Hemdchentüten für Obst und Gemüse im Supermarkt.

5. Hintergrund des Entwurfs ist folgender: Mit der Abschaffung der Gratistüten will der HDE eine EU-Richtlinie vom April dieses Jahres umsetzen. Diese sieht vor, den Verbrauch an handelsüblichen Plastiktüten in Europa bis Ende 2025 auf 40 pro Kopf zu reduzieren.

6. Wie viele Tüten verbrauchen die Deutschen derzeit? Bisher verbraucht laut HDE jeder Deutsche im Schnitt 71 Tüten pro Jahr. Das ist zwar weniger als die EU für das Jahr 2019 verlangt, aber immer noch deutlich zu viel, wenn sich Deutschland an die EU-Richtlinie halten will.

7. Was sich durch die Regelung ändert: Zwar verlangen viele Supermärkte schon jetzt eine Gebühr für Plastiktüten. Doch in vielen anderen Geschäften wie Elektro- und Baumärkten sowie Modegeschäften sind die Tüten noch immer kostenlos. Sie würden durch die Regelung gezwungen, ebenfalls etwas dafür zu verlangen.

8. Die Reaktionen aus der Politik sind positiv. Im Bundesumweltministerium sei man zufrieden darüber, dass der Handel selbst einen Entwurf vorgelegt habe, sagte ein Ministeriumssprecher. Ressortchefin Barbara Hendricks (SPD) habe stets eine freiwillige Regelung einem Gesetz vorgezogen. Derzeit sei man mit dem HDE in Gesprächen, um “wirksame Maßnahmen” zur Begrenzung des Tütenverbrauchs zu finden.

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