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27/10/2015 16:40 CET

Studie: So depressiv sind die Deutschen wirklich

Studie: So depressiv sind die Deutschen wirklich
DPA
Studie: So depressiv sind die Deutschen wirklich

Bedrückt, antriebslos und ständig müde: Bei immer mehr Menschen werden Depressionen und andere psychische Erkrankungen diagnostiziert. Das ist das Ergebnis des am Dienstag in Berlin veröffentlichten DAK-Psychoreports, für den das Berliner Iges-Institut die Daten zur Arbeitsunfähigkeit von rund 2,6 Millionen berufstätigen DAK-Versicherten analysiert hat.

Jeder zwanzigste Angestellte war im vergangenen Jahr wegen psychischer Probleme krankgeschrieben. Das sind 1,9 Millionen Menschen. Auf diese Zahl kommt man, wenn man die Daten der Versicherung auf die Gesamtbevölkerung hochrechnet. DAK-versicherte Beschäftigte blieben wegen Seelenleiden 2014 an mehr als 6,3 Millionen Tagen zu Hause.

Seit 1997 hat sich die Zahl der Fehltage wegen psychischer Probleme verdreifacht. Was nicht heißt, dass heute mehr Menschen psychisch krank sind als früher. "Die auffällige Steigerung ist dadurch erklärbar, dass sowohl Ärzte als auch Patienten heute offener mit psychischen Problemen umgehen", sagte Hans-Peter Unger vom Zentrum für seelische Gesundheit der Asklepios Klinik Hamburg-Harburg. "Früher wurden eher körperliche Beschwerden diagnostiziert, in denen sich psychische Erkrankungen häufig manifestieren." Dem Report zufolge verursachten psychische Erkrankungen 2014 zwar deutlich mehr Ausfalltage als in den Vorjahren. Zugleich fehlten Arbeitnehmer aber seltener wegen körperlicher Leiden.

Auffällig ist den Angaben zufolge aber der hohe Anteil von Depressionen. Fast jeder zweite Fehltag aus psychischen Gründen wird damit begründet. Während Depressionen im Jahr 2000 lediglich 37 Fehltage pro 100 Versicherte verursachten, waren es 2014 bereits 112.

Offenbar sind auffallend viele Krankenschwestern und Ärzte psychisch belastet. In keiner Branche war die Zahl der dadurch begründeten Fehltage so hoch wie im Gesundheitswesen. Am seltensten fehlten Beschäftigte deswegen im Baugewerbe.

Auch der Wohnort hat Einfluss: "Der Stresspegel ist in Großstädten höher", erklärte Psychotherapeut Unger. Außerdem sei "in der städtischen Community das Gesundheitsbewusstsein größer". Psychische Probleme würden entsprechend schneller erkannt.

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