WIRTSCHAFT
27/10/2015 10:59 CET | Aktualisiert 27/10/2015 11:05 CET

Apple möchte nicht, dass ihr diese Bilder seht

iPhone
Getty
iPhone

Die Technikbranche boomt. Monatlich kommen neue Smartphones, Kameras und smarte Uhren auf den Markt. Insbesondere Apple treibt die Tech-Branche mit immer neuen Innovationen vor sicher her. Tausende Menschen harren nächtelang vor den Stores aus, um die neuesten Geräte als erste in den Händen zu haben.

Das ist die eine Seite. Aber die Welt der bunten Gadgets hat auch eine andere, hässliche Seite:

Exzessive Überstunden, Misshandlungen von Arbeitern und sogar Selbstmorde wegen Arbeitsüberlastung. Fast alle Smartphone-Hersteller stehen in der Kritik. Mal geht es um den Umgang mit eigenen Mitarbeitern, mal sind es die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern. Bislang hat die weltweite Kritik wenig gebracht. Bei vielen Herstellern und Zulieferern haben sich die Umstände nicht wesentlich verbessert.

1. Immer noch schuften Kinder für unsere Smartphones

Am Ende sind es Geräte, die wir gern berühren, die uns den ganzen Tag begleiten. Doch schon ganz am Anfang der Produktionskette dieser Geräte herrschen höchst fragwürdige Arbeitsbedingungen:

Um iPhones und iPads zu produzieren, sind bestimmte Mineralien nötig: Zum Beispiel Coltan, Kobalt und Zinn. Im Kongo gibt es besonders viele dieser Stoffe. Dabei wird das Mineral Coltan häufig von Kindern aus den Minen geholt.

Die Lage vor Ort ist dramatisch. Rebellengruppen kämpfen um die Mineralien-Ressourcen. In einem Gastbeitrag im britischen "Guardian" beschreibt eine junge Frau aus dem Kongo die verheerenden Zustände:

"Während die Mineralien aus dem Kongo dein Leben schöner machen, bringen sie oft Gewalt, Vergewaltigungen und Instabilität in mein Heimatland.“ Und weiter: "Ich bitte Apple darum, ein iPhone aus konfliktfreien Mineralien aus dem Kongo herzustellen.“

Aber viele der großen Technikkonzerne haben wohl bis heute keine nachhaltigen Konsequenzen gezogen. Darauf weißt das Internationale Katholische Missionswerk "Missio" in einem aktuellen Bericht hin.

2. Mitarbeiter halten dem Druck nicht stand

Leidtragende gibt es aber nicht nur am Anfang der Produktionskette der Smartphoneproduktion. Auch die chinesischen Zulieferer Foxconn und Pegatron sollen regelmäßig gegen gängiges Arbeitsrecht verstoßen und ihre Mitarbeiter systematisch ausbeuten.

Apple geriet deswegen in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen: Besonders Selbstmorde von Mitarbeitern des Zulieferers Foxconn im Jahr 2010 – bedingt durch die unzumutbaren Arbeitsbedingungen – haben ein schlechtes Licht auf den Konzern geworfen.

Was seitdem passierte? Damit sich die Mitarbeiter nicht in den Tod stürzen, wurden Gitter vor den Häusern, in denen die Arbeiter untergebracht sind, montiert.

Und die Bedingungen haben sich bis heute nicht bemerkenswert verbessert. Die Arbeitsorganisation China Labor Watch (CLW) spricht in einem aktuellen Bericht von "verabscheuenswürdigen Zuständen“: In den Unterkünften gibt es Schimmel und Wanzen. Bis zu 14 Arbeiter leben und schlafen in einem Raum.

3. Menschenunwürdige Löhne

Die schlechten Bedingungen bei den Zulieferern betreffen auch die Löhne. Laut dem Bericht des CLW verdienen die Mitarbeiter von Pegatron pro Stunde 1,85 US-Dollar - das entspricht etwa 1,67 Euro. In Zwölf-Stunden-Schichten schrauben die Arbeiter iPhones im Akkord zusammen – bezahlt werden sie aber nur für zehneinhalb Stunden, schenkt man dem Bericht Glauben.

Erste Hersteller denken nun aber um: So zum Beispiel bei den Herstellern des Fairphones. Es besteht überwiegend aus fair abgebauten Rohstoffen und die Hersteller nehmen direkt Einfluss auf die Zuliefer.

Ein Massenprodukt ist das Gerät allerdings noch nicht.

Vielleicht wird sich erst dann etwas ändern, wenn wir die Fotos über die wahren Produktionsbedingungen immer und immer wieder verbreiten.

Erschreckender Trailer über Steve Jobs: War der Apple-Gründer wirklich so ein Tyrann?

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