26/10/2015 04:47 CET | Aktualisiert 18/11/2015 04:33 CET

Sieben brennende (Männer-) Stilfragen – Ein für alle Mal beantwortet

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Es gibt eine Hand voll Fragen in der Männermode, die haben bereits unsere Großväter in den Wahnsinn getrieben. Darf man Braun und Schwarz wirklich nicht kombinieren? Sind kurze Hosen nur im Urlaub drin? Zu welchen Veranstaltungen ist ein Anzug Pflicht? Und sind weiße Sportsocken überhaupt jemals erlaubt? Männer, ihr könnt euch entspannen, wir wissen Rat. Und wenn euch ein Besserwisser rügt, dann verweist auf uns. Wir regeln das.

1. Darf man Braun und Schwarz miteinander kombinieren oder nicht?

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Schwarz und Braun gehören zu den häufigsten Farben im Männer-Kleiderschrank, was gelegentliche Zusammenstöße recht wahrscheinlich macht. Damit solche Begegnungen nicht nach Totalschaden aussehen, empfiehlt sich ein Blick in die Farblehre: Das menschliche Auge orientiert sich anhand von Kontrasten. Nuancen, die im Farbkreis zu nah beieinander liegen, verwirren das Auge, weil es die Farbflächen ständig neu auseinanderhalten muss. Deshalb wirken beispielsweise auch Pink und Rot unharmonisch nebeneinander.

Auch bei Braun und Schwarz entscheidet der richtige Farbabstand: Es gibt Brauntöne mit hohem Blauanteil. Ein dunkler Blaustich liegt optisch sehr nah an Schwarz, weshalb Mann von solchen Kombis lieber die Finger lässt. Ein heller Cognac-Ton (erhöhter Orange-Anteil) oder ein Haselnuss-Braun (eher rötlich) passen hingegen bestens zum Schwarz einer Hose und ergeben einen eleganten Look. Bei Fragen am besten einen Italiener kontaktieren, die Jungs meistern das Schwarz-Braun-Spiel seit Generationen mit Bravur.

2. Wann MUSS ich einen Anzug tragen?

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Mit der 68er-Bewegung kam unter anderem der Umsturz tradierter Sitten und Kleiderordnungen. Eine Nachwehe dieser stilistischen Revolution, verunsichert die Männerwelt fast fünfzig Jahre später: „Wann muss ich denn noch einen Anzug tragen?“ Die Antwort liegt meist näher als Mann denkt, nämlich auf der Rückseite jener Einladungskarte, die einen zu dieser Frage bewegt. Ist von „Informal Attire“ oder „Business Attire“ die Rede, sollte ein Anzug inklusive Krawatte getragen werden. Bei „Business Casual“ darf die Krawatte wegbleiben und eine dunkle Jeans angezogen werden. „Smart Casual“ lässt Luft für Jeans, Chinos und Hemden, ein Sakko ist nicht mehr zwingend von Nöten. Ja, sogar ein Sneaker zum Anzug ist bei diesem lockeren Dresscode drin. Aber wie immer gilt: Was Knigge sagt, und was Kerle tun, sind zwei Paar Schuhe. Mode ist schließlich da, um die beste Seite eines Mannes hervorzuheben. Es schadet jedoch nie die Spielregeln zu kennen, bevor man sie stilvoll bricht.

3. Sind Flip Flops und kurze Hosen wirklich nur im Urlaub erlaubt?

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Jüngst spaltete dieser Disput unsere Redaktion. Rädelsführerin war eine Kollegin aus der Damenmode, die selbst für ihre Experimentierfreude bekannt ist und nackte Männerbeine am liebsten in den nächstgelegenen Urlaubsort verbannen würde. An dieser Stelle brechen wir die Lanze für die Männerwelt und erteilen ab 20 Grad aufwärts die Absolution für Shorts und Flip Flops. Einzige Einschränkungen: Flip Flops nur mit gepflegten Füßen und kurze Hosen nur in der Freizeit. Ausnahmen bestätigen die Regel und richten sich nach der Berufssparte. In Start-Ups sind Shorts für gewöhnlich kein Problem, bei Banken hingegen immer. Aber die Jungs haben meist ohnehin eine super Klimaanlage.

4. Wie tief darf mein V-Ausschnitt sein?

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Der englische Journalist Mark Simpson prägte 2014 den Begriff des „Spornosexuellen“ und verhalf einer ganzen Männergeneration zur kollektiven Identität. Und das finden wir klasse. Es ist wichtig seinen Körper fit zu halten und völlig in Ordnung stolz auf ihn zu sein. Wenn wir Frauen allerdings anhalten ihre Brüste in der Öffentlichkeit zu bedecken, gilt das Gleiche auch für Männer. Zur Schau gestellte Brustmuskeln und Brusthaare wirken sicherlich auf einige Damen attraktiv, aber Zurückhaltung ist letztlich die kleidsamste Zierde. Daher endet der sozialverträgliche V-Ausschnitt etwa fünf Zentimeter unter dem tiefsten Punkt des Schlüsselbeins. Alles Weitere ist Privatvergnügen.

5. Ist ein Dreitagebart im Job okay?

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Ja, das ist er. Mittlerweile sogar bei Bankern. Man muss nur wissen, wie man ihn richtig präsentiert. Der kernige Look soll aussehen, als sei man nach einer kurzen Nacht direkt ins Büro marschiert. Er soll aber eben nur so aussehen. Häufigster Fehler von Dreitagebart-Trägern: Sie vergessen zu stutzen und die Konturen auszusäubern. Zwei bis drei Millimeter sind die Obergrenze für einen Dreitagebart, alles längere wirkt schnell ungepflegt. Einzelne Stoppeln auf Wangen und Hals sind ebenfalls ein No-Go. Die müssen weg, damit der Bart ebenmäßig erscheint. Wer diese beiden Parameter im Auge behält, erntet garantiert lobende Worte für seinen Blauschatten.

6. Bis zu welchem Alter darf ich Vereinstrikots in der Freizeit tragen?

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Die Liebe eines Mannes zu seinem Fußballverein ist von unergründlicher Tiefe und maßgebend für seine Identität. Daher handelt es sich in diesem Falle um keine Stilfrage, sondern um eine Herzensangelegenheit, die über alle Moden erhaben ist. In logischer Konsequenz gibt es auch kein Maximalalter für das Tragen von Vereinstrikots. Aber Männer: Sollte eure Liebste eines Tages in einem weißen Kleid vor euch stehen, seid so nett zu ihr und zieht euch ein frischgebügeltes Hemd über. Das ist unserer Ansicht nach ein fairer Kompromiss.

7. Smartwatch – Ja oder Nein?

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Pünktlichkeit ist eine Zierde. Die genaue Kenntnis über Kalorienverbrennung, Aktienkurse und E-Mails hingegen nicht. Deshalb ein „Nein“ aus Gesichtspunkten des guten Stils. Wer sich hingegen ein Gadget am Armgelenk wünscht, das die Kommunikation erleichtert und ihn an wichtige Termine erinnert, dem erteilen wir ein klares: „Go“. Es ist wie beim Teekesselchen-Spiel in der Schule. Nur, weil etwas den gleichen Namen trägt, ist es nicht zwingend dasselbe. Bei klassischen Uhren geht es nicht bloß um Zeiterfassung. Es geht um Tradition, Handwerkskunst und Ästhethik. Eine Smartwatch ist ein hilfreicher Gebrauchsgegenstand mit vorkalkulierter Haltbarkeit, was übrigens nicht nur am Marketing liegt, sondern schlichtweg an der Haltbarkeit der verbauten Hardware.