VIDEO
25/10/2015 22:59 CET | Aktualisiert 26/10/2015 02:27 CET

So gewann Hamilton seinen dritten WM-Titel

Lewis Hamilton reicht Sebastian Vettel die Hand auf dem Siegerpodest
EPA
Lewis Hamilton reicht Sebastian Vettel die Hand auf dem Siegerpodest

Überglücklich riss Lewis Hamilton seine Arme in die Höhe. Dann streichelte der alte und neue Weltmeister sein Auto noch auf der Ehrenrunde und schluchzte über den Teamfunk: "Ich danke euch so sehr, so sehr. Meine Familie, ich liebe euch." Im mitreißenden US-Thriller von Austin ließ sich der Brite auch von seinen wie entfesselt fahrenden deutschen Verfolgern nicht stoppen und krönte sich wieder zum Formel-1-Champion.

Der 30-Jährige gewann den Großen Preis der USA. Er trotzte am Sonntag selbst mehrfachen Safety-Car-Phasen und vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg und dem Ferrari-Piloten Sebastian Vettel.

Damit ist Hamilton der WM-Sieg sicher. Niemand kann ihm den Titel in den kommenden drei Saisonrennen mehr zu nehmen. Es ist der dritte WM-Sieg seiner Karriere nach 2008 und 2014. "Das ist der größte Moment in meinem Leben", sagte ein ergriffener Hamilton, der in der Euphorie auf dem Asphalt rauchende Kringel drehte.

Tief geknickt reagierte auf dem Podium hingegen Rosberg: "Ich bin einfach nur riesig enttäuscht." Rosberg saß angefressen auf einem Stuhl und bewarf den Briten mit der Sponsorenmütze für die Siegerehrung. Vettel zollte Hamilton Respekt. "Er hat einen tollen Job geleistet", resümierte der Heppenheimer.

Rosberg war von der Pole Position auf dem Circuit of the Americas in Austin gestartet. In Kurve eins attackierte Hamilton seinen Stallrivalen aber innen. Letztlich musste Rosberg aus seiner Sicht ausweichen, um eine heftigere Kollision zu vermeiden. "Da war kein Platz, da war nichts mehr", echauffierte sich Rosberg und wunderte sich, dass sich die Rennleitung die Szene nicht einmal anschaute.

Rosberg war sauer. "Mein Teamkollege versucht, mich verhungern zu lassen, ja, dass er in mich rein fährt, ist ein Schritt zu viel für mich", klagte Rosberg. Der gebürtige Wiesbadener regte sich über Hamiltons Manöver in der ersten Kurve gleich nach dem Start auf: "Er hat es übertrieben."

Von der Teamleitung bekam Rosberg nach dem Rennen prompt recht. "Das Manöver war zu hart", befand Teamchef Toto Wolff. Er meinte, Rosberg habe vorn gelegen. Die Fernsehbilder konnten dies allerdings nicht eindeutig belegen. Hamilton erklärte, dass Rosberg außen im Nassen mehr Grip gehabt und dadurch die Kurve besser bekommen habe als er. Er sei nicht rumgekommen, daher hätten sich die Autos berührt.

Hamilton habe sich auch sofort über den Funk gemeldet. Er sagte, es sei keine Absicht gewesen, meinte Wolff: "Was es aber auch nicht besser macht." Es müsse "natürlich diskutiert werden, dann werden wir sehen", forderte Rosberg.

Der Mercedes-Fahrer wirkte nach der endgültig verpassten WM-Chance schwer geknickt - während Hamilton sich auch Stunden später noch mit dem Union Jack um die Schultern feiern ließ und jede Sekunde seines dritten WM-Triumphes genoss. Dass er Hamilton die Kappe eines Sponsors vehement vor der Siegerehrung zurückwarf, bezeichnete Hamilton als "normale Spielchen".

Die WM verlor Rosberg allerdings durch einen Fehler kurz vor Schluss. Er verbremste sich, während er hinter Hamilton und noch vor Sebastian Vettel im Ferrari fuhr. Dass er kurz vor Schluss deutlich Vorsprung auf den Heppenheimer einbüßte, der mit Platz zwei die Krönung Hamiltons noch hätte verhindern können, begründete Rosberg mit abbauenden Reifen.

Video: Fitness-Mythos enträtselt: Abnehmen mit Ausdauersport?

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite