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23/10/2015 08:32 CEST | Aktualisiert 27/12/2015 09:36 CET

So viel müssen wir wohl künftig für Plastiktüten zahlen

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Einkaufstüten sollen künftig unter anderem auch in Modegeschäften Geld kosten - zumindest die aus Plastik.

Im Supermarkt ist es schon normal, doch bald ist es auch in Modegeschäften, Elektroläden oder Drogeriemärkten soweit: Die Plastiktüten an der Kasse sollen etwas kosten.

Schon länger steht fest, dass die kostenpflichtige Tragetasche flächendeckend eingeführt wird. Hintergrund ist die große Umweltbelastung durch Plastikmüll. Bereits im März beschlossen die EU-Staaten, dass der Verbrauch von Kunststoffbeuteln bis 2025 deutlich reduziert werden soll.

Die Zielmarke: 40 Tüten soll jeder Europäer pro Jahr durchschnittlich verwenden – aktuell sind es 176. Das Mittel ist deshalb klar: Zusätzliche Kosten sollen die Kunden dazu motivieren, eigene umweltfreundliche Tragetaschen für ihre Einkäufe mitzubringen. Wiederverwendbare Stoffbeutel sind beispielweise wesentlich nachhaltiger.

Was bisher im Ungewissen lag, war der künftige Preis der Plastiktüten. Jetzt hat der Handelsverband HDE dem Bundesumweltministerium einen Entwurf vorgelegt, der konkrete Zahlen liefert. Zuvor hatte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ein Gesetz angekündigt, falls die Industrie nicht selbst eine Lösung biete.

Mindestens 20 Cent soll jede Plastiktüte laut dem Entwurf künftig kosten. In Kraft treten soll die Regelung ab April 2016. Ausnahmen bleiben sogenannte „Hemdchenbeutel“ für Obst und Gemüse im Supermarkt. Laut dem Verband würden viele Verbraucher die 20 Cent Mindestpreis akzeptieren. Einige reagierten angeblich sogar sehr positiv auf den Vorschlag.

Die Idee stieß im Umweltministerium auf positive Resonanz. Wie teuer die Tüten aber tatsächlich werden, ist noch nicht festgeschrieben: Über den genauen Preis diskutieren Verband und Ministerium noch.

In anderen Ländern ist der verpflichtende Tütenpreis schon Realität. Seit dem 5. Oktober 2015 gilt zum Beispiel in Großbritannien die Fünf-Pence-Abgabe. Umgerechnet müssen Briten also mindestens 7 Cent pro Beutel zahlen.

Europaweiter Spitzenreiter im Plastiktütenverbrauch sind nach wie vor Polen und Portugiesen: 450 Tüten verwendet hier durchschnittlich jeder im Jahr. In der EU-weiten Debatte lehnten die beiden Länder striktere Regelungen stark ab – mit wenig Erfolg. Vorbild ist dagegen klar Dänemark: Nur zehn Plastikbeutel verwenden die umweltbewussten Dänen jährlich.

Deutschland liegt mit 70 Tüten pro Bürger im europäischen Mittelfeld. Damit erfüllt die Bundesrepublik das Zwischenziel der EU von 90 Tüten pro Kopf bis 2019. In Polen und Portugal sollten die Schwierigkeiten größer sein.

Video: Plastik-Müll: Er wirft eine Flasche weg. Gruselig, wie sie wieder zu ihm zurückkommt

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