POLITIK
23/10/2015 00:07 CEST | Aktualisiert 23/10/2015 00:07 CEST

Sigmar Gabriel: "AfD und NPD sprechen die Sprache der NSDAP"

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Vizekanzler Sigmar Gabriel

In einem Interview mit RTL greift Sigmar Gabriel rechtspopulistische Parteien an. Der Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister sprach sich im Gespräch mit Moderatorin Ilka Eßmüller für das "RTL Nachtjournal" gegen rechtsradikale Tendenzen innerhalb der Bevölkerung aus, die sich durch die Flüchtlingskrise entwickelt haben.

Dabei verglich er die AfD und die NPD mit der Nazi-Partei. Der Vizekanzler sagte: "AfD und NPD sind offen rechtsradikal. Ich dachte früher immer, sie wären unanständig, weil sie den Mob aufwiegeln. Sie pflegen die Sprache der NSDAP, die Begriffe von Nazis, wenn sie davon sprechen, Politiker an die Wand zu stellen."

Über den Hass gegenüber Flüchtlingen und Politiker sagte er: "Der Hass ist wirklich enorm. Da ist etwas in Bewegung gekommen, wo offensichtlich richtig rechtsradikale Menschenfeinde glauben, dass sie, wenn sie Flüchtlinge und Politiker attackieren, den Volkswillen umsetzen." Es sei wichtig, dass die Mitte der Gesellschaft zusammenstehe, Menschen mit Ängsten zuhören und auf Hassbotschaften reagiere. Er sprach sich auch dafür aus, Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften zur Verfolgung von Hetzkommentaren im Internet einzurichten.

Gabriel sagte, er bekomme regelmäßig Drohanrufe oder Morddrohungen mit der Post. Angst habe er nicht, obwohl sie zunähmen. "Ich mache mir mehr Sorgen, was das mit einer Gesellschaft macht, wenn im Internet so gehetzt wird." Er sagte, man dürfe nicht zulassen, dass die Rechtsextremen das Bild von Deutschland bestimmen: "Das Bild, das ich von Deutschland sehe, ist nicht das Zerrbild der Rechtsradikalen. Der Kern der Gesellschaft muss zusammenhalten. Gefahr droht nicht von den Rändern, nur wenn die Mitte kippt. Aber das sehe ich derzeit nicht."

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