POLITIK
22/10/2015 04:33 CEST | Aktualisiert 22/10/2015 09:12 CEST

Ungarische Kamerafrau verklagt den Flüchtling, den sie getreten hatte

Es sind beschämende, schockierende Bilder: Die Kamerafrau eines ungarischen Fernsehsenders tritt an der serbisch-ungarischen Grenze nach einem Flüchtling, der sein Kind auf dem Arm trägt. Wenige Tage danach wurde die Frau entlassen. Später entschuldigte sie sich in einem offenen Brief bei dem gestolperten Mann.

Doch war die Reue echt? Ein Interview mit einer russischen Zeitung lässt daran Zweifel aufkommen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. "Mein Ehemann will meine Unschuld beweisen", sagte sie demnach - obwohl Videos belegen, wie sie nicht nur nach dem Vater und seinem Sohn, sondern auch nach anderen Flüchtlingen trat.

Hat der Flüchtling falsch ausgesagt?

Dennoch geht die Journalistin nun in die Offensive: Nach einem Strafprozess gegen sie will sie selbst vor Gericht ziehen. Zum einen gegen das Opfer ihrer Tret-Attacke, zum anderen gegen Facebook. Den Flüchtling will sie verklagen, weil er zunächst nicht sie, sondern die Polizei beschuldigt habe. Für ihren Mann sei die Angelegenheit "eine Frage der Ehre".

Die Klage gegen Facebook will die Kamerafrau anstrengen, weil das Netzwerk Kommentare mit Drohungen gegen sie nicht gelöscht habe, stattdessen aber unterstützende Beiträge. Bereits zuvor hatte sie eine "politische Hexenjagd" gegen sich beklagt. Möglicherweise, sagte sie in dem Interview, wolle sie auch Ungarn verlassen.

Wut-Video: So rechnet ein Flüchtling mit den besorgten Bürgern ab

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