POLITIK
22/10/2015 17:15 CEST

AfD und Pegida: Warum uns die größte Gefahr von rechts noch bevorsteht

AfD und Pegida: Warum uns die größte Gefahr von rechts noch bevorsteht
dpa
AfD und Pegida: Warum uns die größte Gefahr von rechts noch bevorsteht

Pegida feiert Einjähriges, Tausende treffen sich wieder zu Demonstrationen, deren Ton immer aggressiver wird, auch wenn sie immer noch beschönigend als "Abendspaziergänge" deklariert werden. Und ein Vertreter der rechten Alternative für Deutschland (AfD) empört mit einem selten geschmacklosen Auftritt bei "Günther Jauch".

Diese Entwicklungen sind gefährlich. Denn sie können Vorboten einer großen, braunen Flut sein.

Die AfD hat die Schleusen für die braune Flut geöffnet

Am Anfang standen die Politiker der AfD, politische Lehrlinge. Mit rechtspopulistischen Beschwörungsformeln wie von Bernd Lucke, wonach Hartz-IV-abhängige Zuwanderer einen "sozialen Bodensatz" bildeten, haben sie die rechten Geister gerufen. Und die haben über die offiziellen Kanäle der Partei Tropfen für Tropfen braunes Gedankengut verbreitet. Bis es zum rechten Strom wurde. Und es war kein Meister in Sicht, der die Geister wieder hätte bannen können.

Gründer Bernd Lucke hatte im Sommer dieses Jahres genug Lehrgeld gezahlt und verließ die Partei. Sie brach auseinander.

Der braune Strom schwoll weiter. Und droht jetzt auch diese Rest-AfD unter Frauke Petry zu überspülen.

Denn ihr geht zu weit, was Thüringens AfD-Chef Björn Höcke bei Jauch abzog, wo er demonstrativ erst einmal eine Deutschlandflagge über seinen Stuhl drapierte und dann im dümmsten Nazi-Jargon faselte. Petry rügte Höcke in einer Rund-E-Mail. Und muss nun sehen, dass sich ihr Vize Alexander Gauland und Vorstandsmitglied André Poggenburg und andere hinter Höcke stellen.

Das zeigt: Die AfD hat noch immer nicht ihren Meister gefunden, der die Geister einfangen, das Chaos bändigen könnte.

Aber es besteht die Gefahr, dass die AfD ihn finden wird. Einen Meister, der die rechten Strömungen gut kanalisieren wird – indem er sie stärkt: Pegida.

Wenn AfD und Pegida zusammengehen, wird es richtig gefährlich

Die AfD kann es nicht riskieren, dass sie noch einmal auseinanderbricht. So viel Platz ist in der deutschen Parteienlandschaft nicht. Links von der AfD stehen Union und Luckes Alfa, der Weg dorthin ist Petry versperrt. Rechts stehen die NPD - und, viel gefährlicher für sie, eine mögliche Pegida-Partei.

Der Dresdner Politikwissenschaftler Hans Vorländer sagte der "Thüringer Allgemeinen", es gebe Überlegungen in der Pegida, eine eigene Partei zu gründen. Vorländer glaubt allerdings nicht, dass die Pegida das Zeug dazu hat.

Da liegt die Befürchtung nahe, dass sich da zwei zusammentun, die laut Vorländer um die gleiche Zielgruppe kämpfen, um die "besorgten Bürger", um die Vorherrschaft auf der Straße. Die AfD mit ihrem politischen Knowhow - zur Not auch gegen den Widerstand von Petry oder ganz ohne Petry - und die Pegida mit ihrer riesigen Gefolgschaft.

Genau das befürchtet Forscher Vorländer. „Das wäre für das bundesdeutsche politische System eine ganz neue Dimension.“

Eine braune Flut, die zu stoppen sehr, sehr schwierig würde.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Peinlich: Das sind die 5 größten Blamagen in einem Jahr Pegida

Hier geht es zurück zur Startseite