POLITIK
21/10/2015 04:01 CEST | Aktualisiert 21/10/2015 04:03 CEST

Umfrage-Klatsche für Merkel: Jeder zweite Deutsche will eine Grenzschließung

Eine Mehrheit der Deutschen will eine Schließung der Grenzen
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Eine Mehrheit der Deutschen will eine Schließung der Grenzen

Wieder eine Umfrage-Klatsche für Merkel: Jeder zweite Deutsche (48 Prozent) ist für die Schließung der deutschen Grenzen, um den Flüchtlingsstrom zu stoppen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des INSA-Meinungstrends für "FOCUS Online".

Nur eine Minderheit von 40 Prozent lehnt die Grenzschließung ab. Immerhin 12 Prozent machen keine Angaben. Wenig überraschend war, dass die Zustimmung für die Aussage: "Ich bin für die Schließung der deutschen Grenzen, um den Flüchtlingsstrom zu stoppen", bei den Wählern der AfD besonders hoch war: Hier stimmte mit 95 Prozent die meisten zu. Doch auch bei FDP-Wählern (49 Prozent) und in der Gruppe der Nichtwähler gab es hohe Zustimmungswerte.

Bei den Grünen und der SPD lehnte eine Mehrheit die Schließung ab: 63 Prozent bei den Grünen und 51 Prozent bei der SPD. Unter den Anhängern der Union sprachen sich 47 Prozent gegen und 41 Prozent für eine Schließung der Grenzen aus.

Interessant ist ein Blick auf die Unterschiede zwischen den Bundesländern. Besonders groß ist die Unterstützung für eine Grenzschließung in Sachsen (62 Prozent), Hessen und Thüringen (jeweils 58 Prozent) sowie Rheinland-Pfalz (56 Prozent).

Ein überraschendes Ergebnis kommt aus Bayern. In dem Bundesland, in dem die CSU besonders eindringlich härtere Maßnahmen zur Begrenzung der Zuwanderung fordert, lag die Zustimmung bei relativ niedrigen 47 Prozent – 37 waren dagegen. Die Ablehnung des Vorschlags war im Stadtstaat Bremen am größten (58 Prozent).

Die Nation scheint zerrissen. "Die Deutschen sind in der Frage Grenzschließung gespalten. Aber immerhin jeder Zweite möchte aktuell die 'Notbremse' ziehen. Frauen eher als Männer, Ostdeutsche eher als Westdeutsche", sagte INSA-Chef Hermann Binkert.

Eines ist sicher. Die meisten Deutschen lehnen die Politik der Bundesregierung ab. Nur noch 28 Prozent der Deutschen stehen hinter der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. 58 Prozent lehnen sie ab, 14 Prozent machen keine Angaben.

Auch bei den Anhängern der Regierungsparteien überwiegt die Ablehnung. Von den CDU/CSU-Wählern stimmten 40 Prozent der Aussage "Die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung finde ich richtig" zu, 44 stimmten nicht zu. Bei der SPD lautete das Ergebnis 34 zu 57 Prozent. "Obwohl die Parteien der Regierungskoalition immer noch 62 Prozent der Wähler hinter sich versammeln, teilen nur 28 Prozent ihre Flüchtlingspolitik", so Binkert.

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