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21/10/2015 06:23 CEST | Aktualisiert 23/10/2015 05:03 CEST

Als er sieht, was ein Obdachloser auf einem Schild anbietet, ist er entsetzt

Was Obdachlose wirklich brauchen? Bezahlte Arbeit.
dpa Symbolbild
Was Obdachlose wirklich brauchen? Bezahlte Arbeit.

Ein Bürgermeister fuhr mit dem Auto durch die Stadt, als er einen Obdachlosen entdeckte. Der Mann hielt ein Schild aus Pappe in der Hand. Und als der Bürgermeister las, was darauf stand, wurde er sehr nachdenklich. "Bin bereit, zu arbeiten", hatte der Obdachlose auf das Schild geschrieben.

Richard Berry, Bürgermeister der US-Stadt Albuquerque, wurde in diesem Moment etwas sehr deutlich: Es war der völlig falsche Weg, bettelnde Obdachlose zubestrafen. Es musste sich etwas ändern. Sofort.

Berry entschied sich, ein Projekt voranzutreiben, über das er schon länger nachdachte: Statt Strafzettel fürs Betteln zu verteilen, sollte die Stadt ihnen eine Beschäftigung anbieten. Deshalb fährt jetzt an jeweils zwei Tagen in der Woche ein Angestellter der örtlichen Hilfsorganisation durch die Stadt und fragt die Obdachlosen, ob sie an dem Tag arbeiten möchten.

„Wenn sie ‚ja’ sagen, dürfen sie in den Van einsteigen. Wir haben für sie schon ein Frühstück vorbereitet, damit sie direkt loslegen können“, erzählte der Helfer Will Cole dem Online-Portal „Upworthy“. Etwa 10 von 13 gefragten Obdachlosen wollen tatsächlich arbeiten.

„Als Bürgermeister willst du möglichst effektiv arbeiten, auf eine Weise, die möglichst mitfühlend ist. Und du möchtest das auch in einer Weise tun, die diese Menschen vielleicht wirklich aus der Situation befreit, in der sie sich befinden“, sagte Berry.

Sie werden nicht nur mit Arbeit versorgt

Die Obdachlosen arbeiten etwa fünf Stunden am Tag und bekommen dafür neun Dollar die Stunde. Sie sammeln Müll auf, erledigen Gartenarbeiten. Nach dem Arbeitstag bekommen sie in einer Unterkunft etwas Warmes zu essen. Dort können sie auch übernachten.

„Wir wollen ihnen einen Tag lang die Würde geben, einen Job zu besitzen.“, meint Berry, „Es hilft, den Leuten wieder auf die Füße zu kommen und stärkt ihr Selbstbewusstsein."

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