POLITIK
21/10/2015 03:45 CEST | Aktualisiert 21/10/2015 06:55 CEST

Diese Statistik zeigt, wie sehr die Terrorgefahr durch Flüchtlinge wirklich steigt

dpa

Anstieg der Terrorgefahr: Das ist eine der größten Ängste, die Bürger mit den Tausenden Flüchtlingen verbinden, die derzeit nach Deutschland kommen. Belege für Dschihadisten unter den Flüchtlingen gibt es allerdings bisher nicht, wie der Fernsehsender "N24" berichtet.

Tatsächlich ist kein Fall in Deutschland bekannt geworden, bei den ein Flüchtling als Terrorverdächtiger ins Visier der Ermittler geriet. Ungewöhnlich ist das nicht, wie das renommierte britische Wirtschaftsmagazin "The Economist" jetzt zeigt. Die Journalisten haben in die USA geblickt und dort die Terrorgefahr durch Flüchtlinge untersucht. Das kam dabei heraus:

Terrorgefahr steigt nicht. Der "Economist" schreibt, dass von 750.000 Flüchtlingen, die seit dem 11. September 2001 in die USA gekommen sind, kein einziger wegen Terrorvorwürfen verhaftet wurden. Tatsächlich ist aber nicht ganz klar, wie weit die Definition von Flüchtling geht.

So kam zum Beispiel die Familie der Attentäter des Boston-Marathons im Jahr 2002 in die USA. Sie stammte ursprünglich aus der Ex-Sowjetrepublik Kirgistan. 2007 erhielt sie eine Aufenthaltsgenehmigung.

Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan fielen in den USA laut dem "Economist" dagegen seitdem nicht durch terroristische Gewalt auf. Wie das Magazin schreibt, wurden lediglich zwei Männer aus dem Irak verhaftet, weil sie angeblich an Al-Kaida in dem Land unterstützten.

Wie alle Statistiken ist also auch die des "Economist" mit Vorsicht zu betrachten. Die zentrale Aussage bleibt allerdings richtig: Die Wahrscheinlichkeit, dass durch Flüchtlinge die Terrorgefahr steigt, ist bisher nicht belegt.

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