WIRTSCHAFT
21/10/2015 03:03 CEST

Neuer Ärger für den "Kaiser": Deshalb ermittelt die FIFA gegen Beckenbauer

dpa

Der FIFA droht die nächste Enthüllungswelle. Mit den neu errungenen Befugnissen will die unabhängige Ethikkommission des Weltfußballverbandes am Mittwochnachmittag über "anhängige Verfahren" gegen einzelne Funktionäre informieren. Zuvor hatte das Exekutivkomitee (Exko) des Weltverbandes die Verschwiegenheitsklausel für die Ethikhüter gekippt, die zuvor über keinerlei laufende Ermittlungen Auskunft geben durften.

Das dürfte bei den Großfunktionären des Weltfußballs für Unruhe sorgen. Vor dem Gang an die Öffentlichkeit sollen die Betroffenen selbst informiert werden, teilten die Ethikhüter um Chef-Ermittler Cornel Borbely und Hans-Joachim Eckert, Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer, weiter mit.

Unter den Personen, gegen die laufenden Verfahren ermittelt wird, ist aber auch Franz Beckenbauer. Gegen den "Kaiser" wird aber nicht in der umstrittenen Vergabe der WM 2006 ermittelt, die in den vergangenen Tagen Wellen Schlug. Nein, Anlass sind die Vergaben der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar. In beiden Fällen gibt es einen Manipulationsverdacht. Beckenbauer war 2010 an der Vergabe beteiligt. Beckenbauer war in der Zeit unter anderem Botschafter für einen russischen Erdgasverband, die "Russian Gas Society".

Laut Informationen der "Bild" sind die Ermittlungen gegen Beckenbauer nun abgeschlossen. Ihm könnte eine Sperre von allen Fußballämtern drohen. Eine solche hatte er schon 2014 erhalten, nachdem er auf Fragen der Ethikkommission nicht geantwortet hatte. Angeblich weil er den englischen Fragebogen nicht verstand.

Inzwischen hat sich auch der Druck auf FIFA-Chef Sepp Blatter weiter erhöht. Der FIFA-Präsident ist zurzeit suspendiert - der Grund dafür ist eine Zahlung von fast zwei Millionen Franken an den UEFA-Präsidenten Michel Platini, die nicht in den Büchern der FIFA auftauchte. Beide Funktionäre wurden deshalb von ihren Fußball-Verbänden erstmal kaltgestellt.

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