POLITIK
21/10/2015 13:47 CEST | Aktualisiert 21/10/2015 13:58 CEST

Nach Skandal-Rede bei Pegida: So absurd entschuldigt sich Akif Pirinçci

dpa

Der Skandal-Autor Akif Pirinçci hat sich erstmals zu seiner Skandal-Rede bei der Pegida-Demo geäußert. Der Schriftsteller hatte dort gehetzt: „Die KZs sind ja leider außer Betrieb."

In dem Interview mit der Online-Ausgabe der rechtspopulistischen „Jungen Freiheit“ sagte er nun, er habe „einen Fehler gemacht.“ Doch seine Entschuldigung wirkt krude: „Ich habe eine Rede gehalten. Und ich bin wohl der schlechteste Redner der Welt.“ Er habe die Veranstaltung „mit einer Lesung verwechselt.“ Wenn er seine Formulierungen „bei einer Lesung gesagt hätte, wo nur Fans sind, wäre das was anderes gewesen.“ So sei das Ganze „aber wohl in die Hose gegangen“.

Die Formulierung,“die KZs sind ja leider außer Betrieb“ sei „eine Analogie zur Judenverfolgung“ gewesen. Da habe man auch zuerst gesagt: „Haut ab, danach kam die Judenbuße, wo sie ihr Vermögen hier lassen mussten, und dann kamen die KZs.“ Er habe mit seinen Äußerungen „überspitzt und satirisch gemeint, dass die Politik am liebsten Asylkritiker ins KZ stecken würde“. Aber jeder, der das lesen könne, wisse, „dass das nicht auf Flüchtlinge oder Politiker bezogen war, sondern auf die Asylkritiker“.

Zugleich stilisiert er sich im Interview mit dem rechten Blatt zum Opfer und scheut auch Vergleiche zum Dritten Reich nicht. Auf den Hinweis hin, dass er auch bei Facebook mittlerweile gesperrt sei und die Frage, „wie er sich denn nun „eigentlich noch äußern oder verteidigen“ wolle, sagte er: „Es ist totalitär.“ Es sei ganz offensichtlich: Der Pirinçci solle keine Stimme mehr haben: „Es ist Bücherverbrennung, nur auf die intelligente Art. Man sieht keine Flammen.“

Pirinçcis Äußerungen sorgten über alle politischen Lager hinweg für Entsetzen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte, er sehe in Pegida Neonazis am Werk. "Was soll das sonst sein?", sagte er mit Blick auf die KZ-Äußerung. Die Wortwahl der Pegida erinnere ihn an die Zeit der Weimarer Republik - es seien Ausdrücke, "die die Nazis dort verwandt haben". Selbst Pegida-Boss Lutz Bachmann hat sich nach eigenen Angaben mittlerweile von der Pirinçci-Rede distanziert.

Nun prüft auch die Dresdner Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Volksverhetzung. Eine Privatperson hatte Anzeige erstattet.

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