POLITIK
21/10/2015 04:32 CEST | Aktualisiert 21/10/2015 08:50 CEST

"Ich schäme mich": Mitarbeiter schreibt vernichtenden Abschiedsbrief an Skandalautor Pirinçci

 Webmaster schreibt vernichtenden Abschiedsbrief an Skandalautor Pirinçci
dpa
Webmaster schreibt vernichtenden Abschiedsbrief an Skandalautor Pirinçci

Der deutsch-türkische Autor Akif Pirinçci hat am Montag Dresden für einen Skandal gesorgt. Bei einer Rede vor Tausenden Pegida-Anhängern sagte er: "Die KZs sind ja leider außer Betrieb." Mittlerweile prüft der Staatsanwalt in Dresden Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen den Autor. Selbst dem Pegida-Organisator Lutz Bachmann ging die Hetze des Autors zu weit. Er entschuldigte sich auf Facebook für den Auftritt von Pirinçci.

Jetzt reagiert auch der Webmaster des Blogs von Pirinçci auf die geschmacklose Wutrede. das wäre eigentlich nicht weiter berichtenswert. Doch der "Abschiedsbrief", den der Webmaster an seinen Auftraggeber schreibt, ist einer der besten Kommentare zum Auftritt in Dresden. Laut Recherchen des "Deutschlandsfunks" handelt es sich bei dem Schreiber des Briefs tatsächlich um den Webmaster des Autors.

In dem Post heißt es unter anderem:

"Und wenn wir von der Scham sprechen, die wir Deutsche, vielleicht wie kein anderes Volk auf der Welt, empfinden, und sei es nur unbewusst, dann lass dir von mir sagen, worauf sie gründet. Darauf, nicht rechtzeitig aufgestanden zu sein und den alles humanistische verleugnenden Elementen in unserer Gesellschaft die Stirn geboten zu haben. Darauf, weggeschaut zu haben, als nach den Kommunisten und Sozialdemokraten auch die Juden verschwanden. Darauf, die Welt in einen unvorstellbaren Vernichtungskrieg geführt zu haben und letzten Endes darauf, dann den Heimkehrenden, geflüchteten Landsleuten aus den vom Feind besetzten Gebieten Vertriebenen die kalte Schulter gezeigt zu haben und sie so behandelten, wie deinesgleichen wünschten, wir würden die Flüchtlinge der Gegenwart noch heute behandeln."

Treffender kann man mit Pirinçci und auch mit Pegida nicht abrechnen. Gleichzeitig ist der Brief eine Art Appell an alle Deutschen dem Fremdenhass entgegenzutreten, etwas zu tun, gegen den braunen Mob, der Deutschlands Straßen und Plätze für seine menschenfeindliche Propaganda und auch für Gewalttaten nutzt.

Am Schluss schreibt Torsten:

"Und so schäme ich mich. Ich schäme mich nicht nur fremd, für dich, Freund Akif. Ich schäme mich für mich. Dafür, dir bei der Errichtung deiner Plattform zur Verbreitung deines Unsinns behilflich gewesen zu sein."

Unter diesem Link ist der "Abschiedsbrief", den Torsten auf der Webseite von Pirinçci veröffentlichte, zu lesen. Hier ist der Beitrag als Screenshot zu sehen:

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