POLITIK
20/10/2015 05:17 CEST | Aktualisiert 20/10/2015 05:54 CEST

"Politiker pfählen und an Grenze aufstellen": So hetzen Rechtsradikale in Youtube-Videos

dpa

Sie sind für viele Zuschauer ein Ärgernis. Rechte Videos bei „You Tube“, in denen ganz offen gegen Flüchtlinge gehetzt wird. „Spiegel Online“ berichtete, dass Urheber der Videos, die mitunter aus dem brauen Umfeld stammen dürften, würden auf diese Weise sogar noch Geld verdienen.

In den Clips heißt es dem Bericht zufolge, Deutschland werde von Flüchtlingen "überrannt" oder im Interesse der USA destabilisiert. Auch sei in den Videos von Attacken mit einer „Migrationswaffe" die Rede. In den Videos werde auch davon fabuliert, dass man dazu verdammt sei, für die Flüchtlinge "Unterhalt zu zahlen".

„YouTube hat sich zu einer zentralen Propagandaplattform all jener entwickelt, die mit großem Eifer die aktuelle Lage zu einem Menetekel umdeuten, das ihre Verschwörungstheorien bestätigt“, schreibt „Spiegel Online“. Die fraglichen Clips tragen Titel wie "Asylbewerber stürmen Europa" oder "Deutschland braucht die Deutschen nicht mehr". Viele der Videos seien Hunderttausende Male abgerufen wurden. Dem Bericht zufolge sei sogar dazu aufgerufen worden, Politiker „zu pfählen und an den Landesgrenzen aufzustellen".

Und wie "Spiegel Online" berichtet, finden sich vor zahlreichen dieser Videos Werbespots bekannter Unternehmen und Organisationen. Sogar Werbung der Wohltätigkeitsorganisation "Aktion Mensch" soll vor den Hetzvideos gelaufen sein. Die Organisationen und Unternehmen erfuhren dies offenbar erst durch Nachfragen von „Spiegel Online“ und ließen ihre Spots entfernen. Youtube handelte nach eigenen Angaben umgehend und kam den Kundenwünschen nach.

Youtube-Sprecher Robert Lehmann sagte auf Anfrage der „Huffington Post“, für YouTube würden strenge Werberichtlinien gelten. „Für den Fall, dass sich Inhalte als ungeeignet für unsere Werbepartner herausstellen, ergreifen wir Maßnahmen, dass keine Werbung in entsprechenden Videos, Kanälen oder Seiten erscheint.“ Zudem könnten Werbepartner selbst entscheiden, welche Inhalte-Kategorien sie von Werbeschaltungen ausschließen wollten. Youtube ist eine Tochter des US-Konzerns Google.

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