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21/10/2015 01:10 CEST | Aktualisiert 21/10/2015 01:10 CEST

"Kontenfälschung": Das sagen die FIFA-Prüfer über Blatters Geldgeschäfte

Nach Ansicht der FIFA könnte Blatter Kontenfälschung begangen haben
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Nach Ansicht der FIFA könnte Blatter Kontenfälschung begangen haben

Der Druck auf Joseph Blatter erhöht sich. Der FIFA-Präsident ist zurzeit suspendiert - der Grund dafür ist eine Zahlung von fast zwei Millionen Franken an den UEFA-Präsidenten Michel Platini, die nicht in den Büchern der FIFA auftauchte. Beide Funktionäre wurden deshalb von ihren Fußball-Verbänden erstmal kaltgestellt.

Jetzt äußerte die FIFA sich deutlicher zu dieser Zahlung. Blatters Millionen-Zahlung ist nach Einschätzung der Rechnungsprüfer des Fußball-Weltverbandes ein Verstoß. Das sagte Domenico Scala, Vorsitzender des FIFA-Ausschusses für Rechnungsprüfung und gute Unternehmensführung, der Nachrichtenagentur AP am Dienstag.

Der Rechnungsprüfer wählte deutliche Worte. Es handele sich um "einen klassischen Interessenkonflikt", dass Blatter 2011 die Zahlung von zwei Millionen Franken (heute 1,84 Millionen Euro) gebilligt habe, ohne dass es einen schriftlichen Vertrag gegeben habe. Nach Einschätzung Scalas könnte sich Blatter deshalb der Konten-Fälschung schuldig gemacht haben.

Platini bestreitet Unregelmäßigkeiten. Er erklärte wiederholt, das Geld stehe ihm als Berater Blatters zwischen 1998 und 2002 rechtmäßig zu. Die FIFA-Ethikkommission hatte Blatter und Platini für jeweils 90 Tage gesperrt. Konkrete Gründe für die Sanktionen nannte das Gremium nicht.

Es gab weder Vertrag noch Buchhaltung. Für Scala liegt das Problem darin, dass die Zahlung nicht in den Büchern aufgetaucht sei. "Wenn das wahr ist, was sie sagen, dass sie einen mündlichen Vertrag hatten, die Zahlung zu schieben, dann hätte die Zahlung in den Büchern 2002 und den folgenden Jahren auftauchen müssen", sagte Scala. "Das ist es nicht."

Platini hatte in der Zeitung "Le Monde" erklärt, wie die Zahlung zustande kam. Zunächst habe er Blatter 1998 zugesagt, als dessen Berater zu arbeiten. "Blatter hat mich dann gefragt: 'Wie viel willst du?' Ich sagte: 'Eine Million.' 'Eine Million was?' 'Was immer du willst. Rubel, Pfund, Dollar.' Er sagte daraufhin: 'Okay, eine Million Schweizer Franken pro Jahr'", so Platini.

Sieht so aus, als würden die beiden nun die Abrechnung gemacht bekommen.

So soll das Sommermärchen vom DFB gekauft worden sein, FOL. 17.10.15

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