POLITIK
20/10/2015 02:32 CEST

Die 6 krassesten Zitate des Mannes, der die schweizer Rechte zum Sieg führte

AP
Roger Köppel führte die SVP in der Schweiz zum Wahlsieg

Im Jahr 2000 prophezeite Roger Köppel den Untergang der SVP. Jetzt zieht er eben für diese Partei mit einem Rekordergebnis in den Schweizer Nationalrat ein. Der Journalist ist ein Mann, der die Aufmerksamkeit sucht, er provozierte schon immer gerne mit seinen Aussagen. FOCUS Online hat sechs Aussagen zusammengestellt, die zeigen wie Köppel tickt.

Roger Köppel ist ein politischer Quereinsteiger. Die längste Zeit seiner Karriere war er als Journalist tätig, unter anderem als Chefredakteur der „Welt“, seit 2006 als Verleger und Chefredakteur der „Weltwoche“. Provoziert hat Köppel allerdings schon immer gern. Am liebsten vor großem Publikum. In deutschen Talkshows ist er häufig zu Gast, um sich wortgewaltig über aktuellen Themen auszulassen. Einige Aussagen brachten Köppel, der jetzt für die rechtspopulistische SVP in den Schweizer Nationalrat einzieht, besonders viel Kritik ein.

1. Warnung vor "muslimischen Massen"

Bei Günther Jauch diskutierte Köppel im April dieses Jahres mit einem ehemaligen Flüchtling und Heribert Prantl zur Flüchtlingsproblematik. In der Sendung warnte Köppel eindringlich vor "muslimischen Massen". Er verlangte, die Grenzen abzusichern und betonte, man dürfe "nicht die ermutigen, die kein Asyl verdient haben". Sein aktives Mitwirken an der Schweizer Politik ist für ihn deshalb ein Auftrag: Er wolle nicht weiter "Däumchen drehen", sagte er Anfang des Jahres bei einer Medienkonferenz in Zürich.

2. Europa könne nicht alle "Verdammten dieser Erde" aufnehmen

In einem Interview kurz nach seinem Auftritt bei Jauch bekräftigte der konservative Schweizer Journalist seine Position und konstatierte, alle "Verdammten dieser Erde" in Europa aufnehmen zu wollen, sei "verantwortungsloser moralischer Größenwahn". Von dieser Illusion müsse sich Europa verabschieden.

3. Köppel als Blatter-Verteidiger

Erst im Juni dieses Jahres war Köppel zu Gast bei „hart aber fair“, es ging um den Fifa-Korruptionsskandal. Kaum einer glaubte noch ernsthaft daran, dass Sepp Blatter sich nichts hat zuschulden kommen lassen. Köppel dagegen hielt weiter zu seinem Landsmann. Er forderte, dass bei Blatter die Unschuldsvermutung anzuwenden sei, denn schließlich sei ihm nie etwas nachgewiesen worden. In derselben Sendung zog Köppel einen Vergleich zwischen Fifa und Uno: Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon werde ja auch nicht für die Vergehen einzelner Mitgliedstaaten zur Rechenschaft gezogen.

4. Feminismus-Kritik

Als Sprachrohr dient Köppel immer wieder auch seine "Weltwoche". Dort ließ er die Leser wissen, welches Rollenbild von Mann und Frau er vertritt: In seinem "Tagebuch" schrieb er: "Feminismus ist die Rache der weniger schönen Frauen an den Männern mit den schönen Frauen." Frauen seien "wie Königinnen. Sie steigen nicht selber in den Kampf. Sie halten sich zurück."

5. Die Bundeskanzlerin sei die "Schlepperkönigin"

Kein gutes Haar lässt Köppel an der Bundeskanzlerin. Während seines Wahlkampfes bezeichnete der Journalist Angela Merkel als „Schlepperkönigin“. Als Sandra Maischberger ihn in ihrer Talkshow „Menschen bei Maischberger“ darauf ansprach, antwortete er erst nach mehreren Ausweichmanövern: Merkel schaffe mit ihrem Handeln und ihren Aussagen falsche Anreize für Flüchtlinge, nach Europa zu kommen.

6. Merkel als Rechtsbrecherin

Und das war nicht das erste Mal, dass Köppel gegen die Kanzlerin austeilte. In Zusammenhang mit Debatten über Steuermoral und Datenklau im Jahr 2010 verurteilte Köppel die Bundeskanzlerin gegenüber dem Bayerischen Fernsehen als Rechtsbrecherin. Wenn es nach ihm ginge, würden Merkels Helfer bei der Einreise in die Schweiz verhaftet – sie selbst genieße ja Immunität.

Dieser Text erschien zuerst auf Focus Online.

Deutschland-Flagge: Bei diesem Statement fehlten Günther Jauch leider die Worte

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