WIRTSCHAFT
20/10/2015 01:45 CEST | Aktualisiert 20/10/2015 01:56 CEST

"Veraltet und überteuert": So rechnen US-Händler mit Volkswagen ab

Eine Volkswagen-Werkstätte in den USA
Getty
Eine Volkswagen-Werkstätte in den USA

Der US-Markt war lange das Sorgenkind von Volkswagen. Nun haben die amerikanischen Volkswagen-Händler den Autobauer und dessen Modellauswahl scharf kritisiert. "Die Modelle waren veraltet und auch noch überteuert für den amerikanischen Markt", sagte der Chef des VW-Händlerverbandes, Alan Brown, der Zeitung "Die Welt".

VW verstand die Amerikaner nicht. Der zweitgrößte europäische Hersteller habe es seit Jahren nicht verstanden, die richtigen Autos für den wichtigen US-Markt zu bauen. Die US-Umweltbehörde EPA hatte den Skandal um gefälschte Abgaswerte bei VW-Dieselfahrzeugen ans Licht gebracht.

Ein Geländewagen sollte die US-Kunden locken. VW hatte vor einiger Zeit angekündigt, einen neuen SUV speziell für den amerikanischen Markt zu produzieren. Die Hoffnung der VW-Händler in den USA war daher vor Dieselgate, dass es jetzt endlich bergauf geht für den Autobauer. "Deswegen trifft uns der Skandal nun besonders hart", so Brown.

Bisher ging der Skandal für US-Händler glimpflich aus. Insgesamt verzeichneten die amerikanischen Vertragshändler seit Bekanntwerden der gefälschten Abgaswerte nur einen leichten Umsatzrückgang. "Es gibt aber durchaus auch Händler, die in den vergangenen Wochen sogar besser verkauften als zuvor“, sagt Brown. Wie empfindlich die Kunden auf den Skandal reagierten, sei regional sehr unterschiedlich.

Brown leitet beispielsweise zwei Autohäuser in Texas. Den meisten seiner Kunden sei es ziemlich egal, wie viel Abgase ihre Wagen in die Luft pusteten. Brown hat dennoch einige Anrufe von verunsicherten Kunden in den vergangenen Wochen bekommen.

Der VW-Händler sagte: "Ihre Hauptsorge ist, wie sich ein Umbau der Wagen auf die PS-Leistung auswirken wird." Einige Kunden hätten gesagt, sie wollten daher auf keinen Fall, dass ihr Auto umgerüstet wird.

Abgas-Skandal: "Wir waren unehrlich" - Die Entschuldigung des VW-Amerika-Chefs im Wortlaut

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