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19/10/2015 15:27 CEST | Aktualisiert 19/10/2015 15:31 CEST

So wehrt sich die Dresdner Semperoper gegen den Pegida-Jahrestag

Die Semperoper in Dresden im Abendlicht.
dpa
Die Semperoper in Dresden im Abendlicht.

Schon öfter machte die Dresdner Semperoper klar, was sie von der Pegida-Bewegung hält. So schaltete das Kulturhaus im Dezember 2014 ihre Außenbeleuchtung ab, um sich symbolisch gegen das ausländerfeindliche Bündnis zu stellen.

Auch auf den vier Flaggen an den Fahnenmaster am zentralen Platz waren Mahnbotschaften zu sehen: „Augen auf“, „Türen auf“ und „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, hieß es dort. Selbst im Social Web zeigt die Oper Haltung: Schon seit dem 8. Dezember 2014 heißt es im Titelbild der Fanpage: „Refugees are welcome here“.

Zum Pegida-Jahrestag am Montagabend wehrt sich das Theaterhaus nun erneut gegen die „Patriotischen Europäer“. Vor einem Jahr, am 20. Oktober 2014, waren die ersten Menschen der Bewegung zu einer Demonstration aufgelaufen. Bei der heutigen Jubiläums-Kundgebung werden die Pegida-Anhänger von einer klaren Botschaft empfangen:

„Wir sind kein Bühnenbild für Fremdenhass“, steht im Wechsel mit „Wir sind keine Kulisse für Intoleranz“ auf einer elektronischen Leinwand an der Semperoper.

Laut dem MDR versammelten sich am frühen Abend etwa 10.000 Pegida-Anhänger auf dem Theaterplatz. Die Polizei rechnete zunächst mit bis zu 30.000. Zum Vergleich: Mitte Januar kamen 25.000 Anhänger, der bisherige Höchstwert.

Kurz vor der Pegida-Kundgebung hatten sich bereits Gegendemonstranten zum ersten „Sternlauf“ getroffen. Das Motto des Gegenbündnisses lautet „Herz statt Hetze“. Laut der Studenteninitiative "Durchgezählt" zogen zwischen 2.000 und 2.500 Menschen am Nachmittag vom Dresdner Univiertel Richtung Altstadt. Noch drei weitere Sternläufe sollen im Laufe des Abendsdurch die Innenstadt der sächsischen Hauptstadt führen.

Die sächsische Staatsregierung wie auch Grünen-Chefin Simone Peter forderten Gewaltlosigkeit auf beiden Seiten der Demonstranten. „Wir demonstieren heute für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft“, äußerte Peter am Rande der Gegendemonstrationen.

Im Laufe des Abends warfen Pegida-Anhänger laut dem MDR jedoch bereits Böller auf die Gegendemonstranten.

Auch hatte ein Demonstrant ein Plakat mit einer Fotomontage von Angela Merkel mitgebracht. Darauf war sie in einer NS-Uniform abgebildet, deren Hakenkreuz auf der Armbinde durch ein Euro-Zeichen ersetzt worden war (die Huffington Post berichtete).

Mitglieder von DIE PARTEI reagierten mit Humor auf die Pegida-Kundgebung: Sie sangen "Happy Birthday".