WIRTSCHAFT
19/10/2015 13:16 CEST | Aktualisiert 20/10/2015 05:56 CEST

Tierschutz: Mit diesem Schritt will Lidl zum Vorzeige-Discounter werden

dpa

Hühner, die sich auf engstem Raum tot picken oder in ihrem eigenen Kot vor sich hinvegetieren. Schweine, die ihre Jungen mit Bisswunden schwer verletzen. In den vergangenen Jahren sorgte eine Reihe von Tierschutz-Skandalen in der Lebensmittel-Industrie für Schlagzeilen. Auch Lidl war bereits in das Visier von Umweltschützern geraten. Der Discounter will nun jedoch mögliche schwarze Scharfe in Sachen Tierschutz aus seiner Lieferkette ausschließen.

Lidl verpflichtet sich in einem Positionspapier nach eigenen Angaben „zu strengen Standards für den Einkauf von tierischen Erzeugnissen, die in den Lidl-Märkten als Eigenmarken angeboten werden“. Die Einhaltung gesetzlicher Standards sei eine „Selbstverständlichkeit“, Lidl aber gebe sich damit nicht zufrieden, teilte das Unternehmen mit. Die Tiere, von denen Eier, Milch und Fleisch, aber auch Textilien oder Schuhe stammen, sollen laut Positionspapier nach fünf Prinzipien gehalten werden, die das britische Komitee für das Wohl von Nutztieren verfasst hat.

Die Tiere sollen beispielsweise ausreichend Platz haben und in Gruppen gehalten, Stress soll vermieden werden. Die Zulieferer sollen einen „restriktiven Einsatz von Antibiotika in der Mast“ oder den Verzicht auf Gentechnik in Futtermitteln garantieren. Außerdem soll etwa auf betäubungslose Kastration von Ferkeln verzichtet werden. Auch soll die komplette Rückverfolgbarkeit der Herkunft von Fleischprodukten lückenlos gewährleistet werden.

Manches aus den Positionspapieren wie etwa die Verpflichtung, dass die Tiere frisches Futter und ausreichend Wasser bekommen sollen, sollte selbstverständlich sein – ist es bei manchem Fleischproduzenten aber offenbar bis heute nicht. Wie der Discounter schreibt, seien in das Positionspapier „die Erfahrungen eingeflossen, die Lidl in der Zusammenarbeit mit Lieferanten, Verbänden, Politik, Behörden, NGOs und Handelspartnern gesammelt hat“.

Lesenswert:

Ekel-Alarm im Supermarkt: Frau kauft Gurke bei Lidl und findet zerquetschten Frosch

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite