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18/10/2015 04:02 CEST | Aktualisiert 18/10/2015 06:50 CEST

Polizeigewerkschaft fordert deutschen Grenzzaun: "Merkel muss die Notbremse ziehen"

dpa

Für den Bau eines Zauns an der deutschen Grenze hat sich der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, ausgesprochen.Wendt sagte der "Welt am Sonntag": "Wenn wir ernst gemeinte Grenzkontrollen durchführen wollen, müssen wir einen Zaun entlang der deutschen Grenze bauen. Ich bin dafür, dass wir das machen."

Er erklärte seine Forderung damit, dass ein Zaun eine Kettenreaktion auslösen soll. "Wenn wir auf diese Weise unsere Grenzen schließen, wird auch Österreich die Grenze zu Slowenien schließen. Genau diesen Effekt brauchen wir."

Die geplanten Transitzonen könne es ohne Zaun nicht geben. Man könne auch das Signal "Kommt alle her" nicht mehr länger senden. Wendt erklärte: "Unsere innere Ordnung ist in Gefahr. Wir stehen vor sozialen Unruhen. Jemand muss jetzt die Notbremse ziehen - das kann nur Angela Merkel sein."

Ob Wendt mit seiner Forderung Erfolg haben wird, ist fraglich. Fakt ist: Merkel hat nicht vor, Flüchtlinge an der Grenze abzuweisen, denn: "Dort, wo die Flüchtlinge herkommen, muss auch die Steuerung und Ordnung herkommen", sagte sie am Freitag in einer Rede vor der Jungen Union.

Zuletzt hatten Union und SPD immer gereizter über Transitzonen an den deutschen Außengrenzen debattiert. Transitzonen für Flüchtlinge seien nichts anderes als "Haftzonen", hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel zuletzt gesagt. Auch Justizminister Heiko Maas (SPD) und SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hatten den Vorstoß von CDU und CSU für Transitzonen Montag scharf attackiert.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) forderte von der SPD hingegen mehr Bewegung in Sachen Transitzonen. Er sei verwundert, dass der Koalitionspartner sich mit der Frage nur kritisch befasse, sagte er in Berlin. "Wir halten das für ein gutes Instrument." Regierungen hätten zu handeln - Probleme beschreiben könne die Opposition, sagte Kauder.

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