POLITIK
18/10/2015 17:26 CEST | Aktualisiert 18/01/2016 12:26 CET

Tödliche Mittelmeer-Route: Schlepper geben Flüchtlingen Unwetter-Rabatt

Flüchtlinge auf der Gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer. Foto: dpa
dpa
Flüchtlinge auf der Gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer. Foto: dpa

Wenn ihr denkt, das Geschäft der Schlepper könnte nicht verachtenswerter und perverser sein, dann habt ihr euch geirrt. Die Schleuser von Izmir sorgen sich um ihr Geld, weil immer weniger Flüchtlinge die gefährliche Route während des Herbstes auf sich nehmen wollen. Die See ist rau, die Route bei Minusgraden in Osteuropa noch gefährlicher.

Weniger Menschen wollen unter diesen Bedingungen wirklich nach Europa flüchten. Laut dem "Independent" haben sich die Schleuser deswegen etwas einfallen lassen. Mit einem Unwetter-Rabatt wollen sie wieder mehr Syrer, Iraker und Afghanen dazu bewegen, die tödliche Route auf sich zu nehmen.

Ein perverses Angebot, wenn man bedenkt, dass alleine bis September fast 3.000 Menschen auf dem Mittelmeer ums Leben gekommen sind. Die Dunkelziffer liegt sogar noch höher.

Abu Fuad, ein syrischer Schlepper, erklärt dem "Independent", dass eine Überfahrt statt 1.200 oder 1.300 Doller nun 1.000 oder 900 Dollar pro Person kosten würde. Normalerweise würden die Preise im Winter steigen, da die Nachfrage nicht so hoch sei.

Doch Abu Fuad befürchtet, dass die Angst viele Flüchtlinge abhalten werde und hofft, durch niedrige Kosten auch ärmere Menschen anzusprechen.

In Izmirs Viertel Basmane, ein Treffpunkt für Schleuser und Flüchtlinge, wartet auch Isa aus Aleppo. Der 25-Jährige ist beunruhigt: "Sie sagten, der Preis läge bei 900 Dollar pro Person und in sechs Stunden wären wir in Griechenland. Das ist weitaus günstiger, aber auch länger, als man uns vorher sagte."

Isa würde ihnen nicht trauen, wenn er aber nichts besseres finden würde, will er das Angebot annehmen. Damit ist er nicht allein.

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