POLITIK
17/10/2015 05:53 CEST | Aktualisiert 17/10/2015 15:59 CEST

Attentat auf Kölns OB-Kandidatin Reker: Täter hatte fremdenfeindliche Motive: 5 schockierende Fakten über die Messerattacke

Einen Tag vor der Kölner Oberbürgermeister-Wahl ist die Kandidatin Henriette Reker am Samstagmorgen bei einer Messerattacke auf einem Wochenmarkt schwer verletzt worden.

Wir beantworten für euch die wichtigsten Fragen:

1. Die Attacke ereignete sich am frühen Morgen auf offener Straße

Die Tat passierte gegen 9 Uhr morgens auf einem Wochenmarkt im Kölner Stadtteil Braunsfeld. Dort hielten Reker und ihr Wahlkampfteam eine Informationsveranstaltung für die morgige Oberbürgermeisterwahl ab. Neben der OB-Kandidatin wurden auch noch vier Wahlkampfhelfer zum Teil schwer verletzt. Offenbar gab Reker dem Täter noch eine Rose, bevor er auf sie einstach.

HuffPost-Autorin Gunda Windmüller war in Köln vor Ort, als sich Politiker aller Parteien dazu äußerten:

2. Der Täter nutzte ein 30 Zentimeter langes Messer

Ein 44-jähriger, offenbar geistig verwirrter Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit hatte sich mit zwei Messern dem Infostand der Kandidatin genähert. Eines der Messer sei 30 Zentimeter lang gewesen, das andere Messer deutlich kleiner, teilte die Polizei mit. Mit dem längeren Messer griff er Henriette Reker an, stach ihr in den Hals und verletzte sie an der Luftröhre. Als die umherstehenden Wahlkampfhelfer kurz darauf zu Hilfe eilten, wurden auch sie vom Täter angegriffen.

messer

Vor dem Angriff habe der Mann gerufen: "Ich rette Messias. Das ist alles falsch, was hier läuft, ich befreie Euch von solchen Leuten." Nach der Attacke sei er dann ganz ruhig stehengeblieben und habe gesagt: "Ich musste es tun. Ich schütze Euch alle." Er ließ sich widerstandslos festnehmen.

3. Der Täter hatte fremdenfeindliche Motive

Der Attentäter hatten offenbar rassistische Motive. "Zum jetzigen Zeitpunkt deuten die Zeugenaussagen (...) darauf hin, dass in der Tat fremdenfeindliche Motive des Täters ausschlaggebend waren", sagte der ermittelnde Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn am Samstag in Köln. Der festgenommene Täter habe sich entsprechend geäußert, betonten die Ermittler. Als Sozialdezernentin ist Reker für die Unterbringung von Flüchtlingen in der Domstadt zuständig.

4. Rekers Gesundheitszustand ist ungewiss

Die 58-Jährige sei nach dem Vorfall ansprechbar gewesen. Sie wurde in die Uniklinik Köln gebracht. Über den Gesundheitszustand der parteilosen Sozialdezernentin, die von CDU, Grünen und FDP unterstützt wird, gibt es widersprüchliche Angaben. Nachdem ihr Wahlkampfteam via Twitter erklärt hatte, das Reker nicht in Lebensgefahr schwebe, scheint ihr Zustand nun doch kritischer als zu sein, als zunächst angenommen.

Wie die "Bild-Zeitung" berichtet, wird Reker aktuell notoperiert. Die Polizei gab in einer Presskonferenz bekannt: "Aktuell ist sie stabil, aber nicht über den Berg", sagte der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers.

5. Die Wahl wird trotz allem stattfinden

Nach der Tat war es unklar ob die Kölner morgen ein neues Stadtoberhaupt wählen werden. Eine Stadtsprecherin erklärte jedoch, laut Wahlrecht könne eine Wahl nur beim Tod eines Kandidaten abgesagt werden. Nach Beratung mit der Wahlleitung gab die Stadtverwaltung bekannt, dass die Wahl morgen wie geplant stattfinden werde.

Der Wahlkampf wurde jedoch von allen Bewerbern unterbrochen. Auf seiner Facebookseite kündigte auch Rekers härtester Rivale, SPD-Bewerber Jochen Ott, an, seinen Wahlkampf bis auf weiteres auszusetzen.

Mit Material von dpa.

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