POLITIK
17/10/2015 03:26 CEST | Aktualisiert 17/10/2015 03:32 CEST

Heinz Buschkowsky rechnet mit "zehn Millionen Flüchtlingen bis 2020"

dpa

Der langjährige Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky ist bekannt für seine markigen Worte zum Thema Integration und Flüchtlinge. Nicht wenige haben dem SPD-Politiker in der Vergangenheit bereits eine rassistische Einstellung vorgeworfen.

Jetzt hat sich Buschkowsky erneut zu Wort gemeldet - und Deutschland indirekt vor einer Überlastung durch den Zustrom an Flüchtlingen gewarnt. „Noch nie hat es in so kurzer Zeit einen so großen Zustrom an Menschen aus anderen Kulturkreisen gegeben“, sagte Buschkowsky im Interview mit dem "Focus". „Das wird unsere Gesellschaft heraus- und vielleicht auch überfordern.“ Buschkowsky rechne in Deutschland mit "zehn Millionen Flüchtlingen bis 2020", sagte er dem "Focus".

Er fürchte zudem, dass ein starkes Anwachsen der Zahl der Muslime in Deutschland zu Problemen führen könnte. Viele Flüchtlinge „kommen aus Ländern mit einer völlig anderen Wertestruktur“, sagte Buschkowsky. Eine „vordemokratische widerspruchslose Gehorsamspflicht einer gottgegebenen Ordnung“ passe nicht zur modernen deutschen Gesellschaft. „Die muslimische Weltsicht ist mit dem demokratisch-westlichen Wertekanon nicht kompatibel“.

Mit Blick auf die sogenannten Parallelgesellschaften äußerte Buschkowsky zudem harsche Kritik an der bisherigen Integrationspolitik. „Wenn wir so weiter machen, stehen wir bald vor großen Schwierigkeiten“, sagte Buschkowsky mit Blick auf die wachsende Zahl der Flüchtlinge. „Integration muss man wollen, einfordern und aktiv betreiben, und man darf nicht warten, dass jemand Lust darauf hat.“

Dass die Flüchtlinge den deutschen Fachkräftemangel lindern könnten, zweifelt Buschkowsky an. „Ich glaube nicht an das Märchen, dass alle Syrer Ärzte sind“. Er fordert stattdessen ein Aussetzen des Mindestlohns. „Bei der Jobsuche können noch nicht vorhandene Qualifikationen selbst bei einfachen Tätigkeiten ein Hindernis sein. Umso mehr, wenn der Zwang zum Mindestlohn besteht“. Buschkowsky sagte, er könne „sich ein Aussetzen des Mindestlohns im Integrationsprozess durchaus vorstellen.“

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