POLITIK
16/10/2015 06:50 CEST | Aktualisiert 16/10/2015 06:59 CEST

Ein Wirt erfährt, dass sich Flüchtlingshasser in seinem Lokal treffen. Mit einem Trick wird er sie los.

Ein Münchner Wirt und seine Frau ließen Rechtsextreme aus seinem Lokal verweisen
Facebook
Ein Münchner Wirt und seine Frau ließen Rechtsextreme aus seinem Lokal verweisen

„Auf keinen Fall – ihr werdet Deutschland nicht zu eurem Zuhause machen" - das steht auf der Facebook-Seite einer ziemlich unsympathischen Bürgerinitiative. Die Gruppe nennt sich „Kein Asylantenheim in München Laim 2.0“.

Dort teilen selbsternannte besorgte Bürger Artikel, die Asylbewerber – oder „Südländer“, wie sie die Initiative gerne mal nennt – mit Gewalttaten in Verbindung bringen. Die Seite wird gelikt von Pegida,der AfD und etlichen weiteren ausländerfeindlichen Gruppen.

Von all dem wusste Wirt Stefan Engl erst einmal nichts, als eine Frau einen Tisch für 14 Personen in seinem Lokal „Laimers“ reservierte. Doch dann kam ein Hinweis der Münchner Polizei: Die flüchtlingsfeindliche Gruppe hatte bei Facebook angekündigt, sich im "Laimers" treffen zu wollen.

Die Initiative gilt als so bedenklich, dass sie von der städtischen Fachstelle für Demokratie beobachtet wird. Und auch SPD-Landtagsabgeordneter Florian Ritter bestätigte: Bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative handele es sich um keine harmlosen, besorgten Bürger, sondern um stadtbekannte Rechtsextreme. Ihr Ziel: Die Unterbringung von circa 700 Flüchtlingen in einem alten Autohaus in Laim zu verhindern.

Wirt Engls reagierte sofort – und rief bei der Frau an, die den Tisch reserviert hatte. Die behauptete, dass sie nur „nette, ältere Anwohner seien, die sich ungezwungen unterhalten wollten, schon auch über das Asylantenheim", sagte Engls der "Süddeutschen Zeitung". Engls ließ sich davon nicht täuschen und stornierte die Reservierung. Das ließen sich die Mitglieder der Initiative nicht gefallen, denn am Abend kamen sie trotzdem und setzten sich an einen Tisch. Ohne sich zu erkennen zu geben.

Der Wirt ahnte, dass es die Flüchtlingshasser sein mussten. Seine Frau wählte deshalb die Handynummer der Dame an, mit der sie telefoniert hatten – und es klingelte am Tisch. Der Wirt verwies die Gruppe direkt aus seinem Lokal: „So jemanden können wir hier nicht brauchen“, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Tja, da ist das Motto der Gruppe wohl auf sie zurückgefallen – „Auf gar keinen Fall – ihr werdet das Laimer’s nicht zu eurem Zuhause machen.“

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