POLITIK
16/10/2015 10:02 CEST | Aktualisiert 16/10/2015 10:09 CEST

Forsa-Chef Güllner: Was Seehofer veranstaltet, ist ein Amoklauf"

dpa
Forsa-Chef Güllner: Was Seehofer veranstaltet, ist ein Amoklauf"

Lange schien der Höhenflug der Union kaum zu stoppen. Egal was passierte: Die Umfragewerte waren grandios. Das ist vorbei. So schlecht stand es für die Union seit der vergangenen Bundestagswahl nicht mehr.

Nun beginnt die Suche nach den Schuldigen. Viele kritisieren daher den Kurs der Kanzlerin in der Flüchtlingskrise.

Doch für den Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, ist der Schuldige ein anderer: CSU-Chef Horst Seehofer. "Was der Ministerpräsident veranstaltet, ist ein Amoklauf", sagte Güllner im Interview mit "Focus Online"."Seehofer schadet sich mit seinem Kurs der vergangenen Wochen selbst und lässt jede politische Vernunft fahren."

Sein Ziel ist es, die Wähler am rechten Rand einzusammeln. Doch diese Strategie ist laut Güllner extrem gefährlich: "Die Bundeskanzlerin derart anzugreifen, wird von den Wählern nicht honoriert. Außerdem treibt er die CSU-Wähler mit seiner radikalen Rhetorik in der Flüchtlingsdebatte zur AfD." Merkel dagegen werde von ihrer Haltung in der Flüchtlingsfrage profitieren - vor allem langfristig, glaubt Güllner.

Diese Haltung haben aktuell nicht viele. Andere fragen sich längst, ob die Kanzlerin angesichts der Krise und dem zunehmenden Widerstand in ihrer Partei politisch überhaupt die nächsten Jahre überleben kann. „Wenn Frau Merkel so weitermacht, erreicht sie das Jahr 2017 gar nicht mehr als Kanzlerin", sagte etwa der stellvertretende FDP-Chef Wolfgang Kubicki.

Forsa-Chef Güllner ist da optimistischer: "Als Konrad Adenauer in den 1950er-Jahren die Wehrpflicht einführen wollte, war das Projekt innenpolitisch und gesellschaftlich hoch umstritten", sagt er. "Aber er setzte seinen Willen durch und führte die Union bei der Bundestagswahl 1957 zur absoluten Mehrheit".

Seehofer dagegen werde seinen Willen nicht bekommen, sagt Güllner. Seinen Kurs wechseln aber kann er auch nicht. Kein Wunder, dass die CSU in Umfragen in Bayern nicht nicht vom Fleck kommt.

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