POLITIK
15/10/2015 15:57 CEST

Einfach relaxed: Das ist die „Generation R"

„Das wird eine experimentierfreudige und entspannte Generation“
Sean Gallup
„Das wird eine experimentierfreudige und entspannte Generation“

Die „Generation Y“, die Generation der 1985 bis 2000 Geborenen, war lange ein beliebtes Thema der Sozialforscher. Jetzt steht eine neue im Fokus. Laut dem Jugendforscher Klaus Hurrelmann wächst gerade die „Generation R“ heran: R wie relaxed.

Es ist die Generation, die jetzt groß wird, sie umfasst die 2000 bis 2015 Geborenen. Es ist die die Generation, die in Kürze auf den Arbeitsmarkt oder an die Unis drängen wird. Zeit, sich Gedanken zu machen, wie diese Generation tickt.

Der Generation Y attestierte Hurrelman noch, aus "heimlichen Revolutionären" zu bestehen, die auf den ersten Blick "angepasster sind als die 68er als Rentner". Tatsächlich aber habe diese Generation die gewaltigen Umbrüche - Globalisierung, Digitalisierung, Wandel der Arbeitswelt - leise und nachhaltig angepackt.

Die neue Generation unterscheidet sich da offenbar sehr. Allein schon weil sie mit anderen Themen konfrontiert wird. „Für sie ist keine weltweite ökonomische Krise in Sicht“, sagt Hurrelmann. Die jungen Leute stünden nicht mehr so unter Stress und hätten wieder Zeit, über das Leben und die Gesellschaft nachzudenken. „Das wird eine experimentierfreudige und entspannte Generation“, meint Hurrelmann, „auf die wir neugierig sein dürfen.“ Hurrelmann weiß, wovon er spricht. Er ist Deutschlands bekanntester Jugendsoziologe und Co-Autor der Shell-Jugendstudie, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Derzeit arbeitet er als Professor an der privaten Hertie School of Governance in Berlin.

Die Generation R ist laut Hurrelmann besonders politisch. Partizipation, Datensicherheit und Demografie seien die bestimmenden Themen. Generell werde die Jugend immer politischer. Die neue Shell-Studie zeigt: Der Anteil der 12- bis 25-Jährigen, die sich für Politik interessieren, stieg von 30 Prozent im Jahr 2002 auf heute 41 Prozent.

Auch die Flüchtlingskrise bewegt diese Generation – viele der Jugendlichen blicken zuversichtlich darauf. Nur jeder dritte Jugendliche denkt, dass Deutschland die Zuwanderung drosseln sollte. 2006 vertraten diese Meinung noch fast sechs von zehn Jugendlichen. Obwohl sich die Anzahl der Schutzsuchenden vervielfacht hat.

Was verändert sich noch für uns? Karriere scheint den Befragten zwischen 15 und 25 Jahren wichtig zu sein: 37 Prozent von ihnen möchte beruflich durchstarten, nur 27 Prozent beschreiben sich als bodenständig. Der Großteil wünscht sich ein hohes Gehalt und geregelte Arbeitszeiten. Familie ist ihnen weniger wichtig und nur noch 64 Prozent von ihnen möchte eigene Kinder.

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