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16/10/2015 02:28 CEST | Aktualisiert 16/10/2015 04:12 CEST

Graffiti-Künstler entlarven den subtilen Rassismus von "Homeland"

"Homeland" ist für sein stereotypes Bild von Muslimen bekannt
Showtime
"Homeland" ist für sein stereotypes Bild von Muslimen bekannt

Das dürfte ein Schock für die "Homeland"-Macher gewesen sein. Bei den Dreharbeiten zu der US-Serie in Deutschland haben Künstler den Machern Graffiti-Botschaften untergejubelt, welche den unterschwelligen Rassismus der Folgen aufs Korn nehmen. Sie waren nach eigenen Angaben für die aktuelle Staffel engagiert worden und sollten authentische arabische Schriftzüge an den Wänden eines Sets anbringen.

Stereotype Darstellungen brachten die Serie in die Kritik: In "Homeland" sind Afghanen und Pakistanis vor allem Terroristen. In Berlin sieht man überall Burkas. Und die Deutschen sind naiv und lassen sie ungestört Frauen verschleppen und ihre Bombenwerkstätten in hübschen Berliner Altbauten einrichten.

Das störte ein paar Graffiti-Künstler. Sie bewarben sich auf eine Ausschreibung zur Gestaltung eines Sets in der Serie. Es ging um die Gestaltung eines Flüchtlingslagers. Den Job bei dem Dreh in und um Berlin nutzten sie, um in der Serie Aussagen unterzubringen.

homeland graffiti

Dieser Schriftzug heißt übersetzt: "Homeland Wassermelone"

Dabei nutzen sie die aus, dass offenbar niemand in der Filmcrew arabisch lesen konnte - oder Interesse daran hatte, zu entziffern, was sie da an die Wände des Sets sprühten. Hauptsache, es sieht "terroristisch" aus. Wer des Arabischen mächtig ist, kann nun Aussagen wie "Homeland ist rassistisch" oder "Homeland ist keine Serie" an den Wänden lesen.

homeland graffiti

Hier steht: "Spion - Homeland rassistisch"

Die Künstler wollten damit ihren Unmut zum Ausdruck bringen, wie es in einem Statement heißt. Sie monieren unter anderem eine undifferenzierte Darstellung von Arabern, Pakistanis und Afghanen.

homeland grafitti

Das bedeutet: "Homeland ist keine TV-Serie"

Die ausführende Produktionsfirma Studio Babelsberg wollte den Vorfall nicht kommentieren, wie Sprecher Eike Wolf am Donnerstag auf Anfrage in Potsdam sagte. "Homeland"-Erfinder Alex Gansa sagte der Website deadline.com: "Wir hätten uns gewünscht, diese Bilder vor der Ausstrahlung zu entdecken." Zugleich bewunderte der Produzent "diesen Akt künstlerischer Sabotage".

homeland graffiti

Hier steht: "Homeland ist ein Witz, der uns nicht zum Lachen gebracht hat" (l) und "Gegen das rote, blaue und lila Böse"

Die fünfte Staffel ist seit Anfang Oktober in den USA zu sehen. In Deutschland ist der genaue Sendetermin im Free-TV noch offen. Die Serie war im Free-TV zuletzt auf dem Sender Kabel eins zu sehen.

Mit Material der DPA

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