WIRTSCHAFT
15/10/2015 19:05 CEST | Aktualisiert 19/10/2015 07:11 CEST

Vier alarmierende Zahlen zu Flüchtlingen am Arbeitsmarkt - und eine, die Mut macht

dpa
Flüchtlinge arbeiten in München (Bayern) in der Lernwerkstatt auf dem Gelände der Bayernkaserne unter professioneller Anleitung

Flüchtlinge sollen in Deutschland möglichst schnell für sich selbst sorgen.

Es ist ein Ziel, das alle verfolgen.

Die Politiker, damit der Sozialstaat möglichst wenig belastet wird. Die Flüchtlinge, weil sich die meisten nicht sehnlicher wünschen, als sich ein neues, unabhängiges Leben aufzubauen.

Klar ist aber auch: Es ist schwierig.

Erstens, weil die meisten Flüchtlinge erst einmal die deutsche Sprache und teils auch die lateinische Schrift lernen müssen. Zweitens, weil nicht alle Erwachsenen eine Ausbildung haben oder deren Anerkennung hier kompliziert ist. Drittens, weil es unter den Flüchtlingen auch schwer traumatisierte und kranke Menschen gibt, die nicht voll arbeiten können.

Die alarmierenden Zahlen:

  • Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) warnte in der vergangenen Woche gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“, bis in vier Jahren, also bis 2019, könnte die Zahl der Hartz-IV-Empfänger um eine Million auf mehr als sieben Millionen steigen – wegen der Flüchtlinge.
  • Das Sozialministerium rechnete nach Stand vom Dienstag für nächstes Jahr mit 240.000 bis 460.000 neuen Leistungsempfängern.
  • Neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, über die die „SZ“ berichtet, zeigen: Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger aus den sogenannten Asylzugangsstaaten insgesamt ist innerhalb eines Jahres stark gestiegen: Bis Juni dieses Jahres um 23 Prozent auf knapp 436.000. Dass die Zahl gestiegen ist, ist angesichts des starken Zuzugs nicht verwunderlich. Bedenklich ist, dass die Zahl der Flüchtlinge, die als Angestellte Arbeit gefunden haben, in einem Jahr nur um 8 Prozent wuchs - also wesentlich schwächer.
  • Menschen aus den arabischen und afrikanischen Staaten, die besonders häufig eine Bleibeerlaubnis erhalten, tun sich besonders hart. Beispiel Syrien: Dort stieg die Zahl der Arbeitslosen innerhalb eines Jahres bis September 2015 um 127 Prozent. 93.000 Flüchtlinge aus Syrien bekommen demnach derzeit Hartz IV.

Die gute Nachricht:

Im Juli hatte schon knapp eine halbe Million der Menschen aus einem Asylzugangsland Arbeit gefunden. Und weil viele Jugendliche in Deutschland Asyl suchen und finden, gehen Experten davon aus, dass diese auch schnell lernen – und einen Job finden werden.

"Sehr beklemmend": Hier steigt Linkenfraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht aus einem Flüchtlingsboot

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

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