POLITIK
15/10/2015 17:33 CEST

Griechische Behörden zwingen Flüchtlingskinder in dreckige Gefängnisse

Die griechischen Behörden haben offenbar Flüchtlingskinder ins Gefängnis gesteckt. Kaum dass sie auf der Insel Kos aus dem Boot aus der Türkei ausgestiegen waren, sollen Kinder, die ohne Eltern oder Verwandte kamen, in Polizeizellen gebracht worden sein. Für mehrere Wochen. Das geht aus einem Bericht des britischen "Independent" hervor. Elf Kinder zwischen 12 und 17 Jahren sollen zur Zeit in zwei Polizeistationen auf Kos leben.

Die Zustände sind unvorstellbar. Dem Bericht müssen die Kinder dort zusammen mit Straftätern leben. Die Wände der Zellen seien mit Fäkalien beschmiert. Es gebe in der Regel eine Mahlzeit am Tag, dazu frisches Obst und Wasser von Hilfsorganisationen. Hinaus gehen dürfen die Kinder nicht. Augenzeugen sagten: „Dort ragen unisolierte Stromkabel aus der Wand. (...) Sie müssen ihre Hände durch die Gitterstäbe strecken, um das Essen zu bekommen. Das ist nicht normal für Europa." Würden die Kinder woandershin gebracht, müssten sie Handschellen tragen.

Die Begründung der Behörden ist schockierend. Dem Bericht nach hieß es, die Kinder würden zu ihrem Schutz an einem sicheren Ort untergebracht.

Schon im Mai diesen Jahres warnte der UNHCR die griechische Regierung und die lokalen Behörden wegen der schlechten Verhältnisse. Jetzt kam er mit dem Staatsanwalt von Kos zu einer Einigung: Die Kinder werden in die Obhut einer Organisation gegeben, die Unterkünfte mit Mitteln des UNHCR betreibt.

Kos ist mit der Vielzahl der ankommenden Flüchtlinge heillos überfordert. Das führte schon zu Auseinandersetzungen zwischen der örtlichen Polizei und den ankommenden Migranten. Im August setzten die Polizisten Schlagstöcke und sogar Feuerlöscher ein, da es zu Schiebereien und Ausschreitungen bei der Registrierung in einem Stadion kam.

"Für die Flüchtlinge ist die Unterbringung auf Kos gerade die Hölle auf Erden", berichtete Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) von einem Besuch auf der Mittelmeerinsel. "Hier herrscht Chaos. Und die Spannungen werden immer größer."

Angespannte Lage auf griechischer Insel: Nach Ausschreitungen: Kos-Flüchtlinge sollen auf Hotelschiff übergesiedelt werden

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

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