POLITIK
14/10/2015 10:20 CEST | Aktualisiert 14/10/2015 10:55 CEST

In der Flüchtlingskrise geht Sarah Connor einen Schritt, den sich viele nicht trauen würden

Sarah Connor lebt die Wilkommenskultur
Athanasios Gioumpasis
Sarah Connor lebt die Wilkommenskultur

Die Flüchtlingskrise geht zur Zeit an niemandem vorbei – auch nicht an der Sängerin Sarah Connor (35). Sie lässt das Schicksal der Flüchtlinge nicht kalt, deswegen lässt sie Taten sprechen.

„Ich finde es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, in welcher Not Menschen zu uns kommen. Ich betreue Flüchtlingsheime, versuche, Familien zu vermitteln. Und rede mit meinen Kindern, damit sie in dem Wissen aufwachsen: Wir müssen helfen“, sagte die Sängerin schon vor einigen Monaten gegenüber „Für Sie“.

Jetzt geht die Sängerin einen Schritt weiter: Die Sängerin nahm eine mehrköpfige Familie auf.

Eine Syrerin lebt nun mit ihren drei Kindern in ihrem Berliner Anwesen. Die Kinder von Sarah Connor scheinen sich darüber zu freuen: Zusammen mit ihren syrischen Freunden wurden sie beim Spielen und Fahrrad fahren im Viertel gesehen.

Neben Sarah Connor engagieren sich auch einige andere deutsche Promis. So hat sich Veronica Ferres mit einer geflüchteten Familie angefreundet und lud sie zu sich ein: „Bei uns in München in der Straße direkt gegenüber von unserem Wohnhaus ist ein Flüchtlingsheim. Wir haben uns mit einer Familie da angefreundet mit neun Kindern und das bereichert sehr und das hilft sehr. Einfach auf die Menschen zuzugehen, sie einzuladen, sie mit nach Hause zu nehmen aber auch deren unglaubliche Offenheit zu erleben, die uns wiederum sehr viel gibt.“

Der Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt (CDU) aus Brandenburg hat zwei Asylbewerber aus Eritrea bei sich aufgenommen. Er und seine Frau wollen den jungen Männern eine Starthilfe geben und ihnen helfen Deutsch zu lernen. Irgendwann sollen sie dann wieder ins Leben entlassen werden: "Wie unsere eigenen Kinder".

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich vor kurzem auch zu der Frage, ob sie Flüchtlinge bei sich zu Hause aufnehmen würde: „Auch wenn ich großen Respekt für die Menschen habe, die das tun, könnte ich mir das für mich derzeit nicht vorstellen. Ich sehe es außerdem als meine Aufgabe an, alles zu tun, dass der Staat dieser Aufgabe so vernünftig wie möglich nachkommen kann“.

Finnlands Ministerpräsident Juha Sipilä steht dem offener gegenüber. Ab kommendem Jahr will er Flüchtlinge in seinem eigenen Haus unterbringen. Da er wegen dem Regierungssitz jetzt in Helsinki wohnt, steht sein Haus im Norden Finnlands die meiste Zeit leer. "Ich hoffe, dass dies eine Art Bewegung wird, die viele andere dazu inspiriert, einen Teil der Last in dieser Unterbringungskrise für Flüchtlinge zu tragen", erklärt er.

Jeder, der eine Wohnung zu vermieten hat, kann diese an Flüchtlinge vermieten. Wer nicht direkt in einem Flüchtlingsheim nach potentiellen Mitbewohnern Ausschau halten möchte, kann sich auch in seiner Stadt an die zuständige Behörde (in der Regel das Sozialamt) wenden. Der Vermieter muss Informationen zur Wohnung angeben und einige Dokumente vorlegen, damit geprüft werden kann, ob die Unterkunft den Vorgaben entspricht.

Natürlich können auch einzelne Zimmer angeboten werden, zum Beispiel in Wohngemeinschaften, aber auch als Familie oder Alleinstehender. Darauf hat sich die private Initiative „Flüchtlinge wilkommen“ spezialisiert. Hier ist es besonders wichtig, dass die Chemie zwischen den zukünftigen Mitbewohnern stimmt.

Sarah Connor und viele weitere Persönlichkeiten gehen mit einem guten Beispiel voran, und zeigt, wie wertvoll der direkte Austausch sein kann. Also: Weg mit den Berührungsängsten!

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