POLITIK
14/10/2015 16:07 CEST

"Verlorene Jugend": Ex-BR-Fernsehdirektorin Bettina Reitz rechnet mit der ARD ab

Getty

Bettina Reitz, die ehemalige Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks (BR), hat in der "Zeit" kräftig gegen die ARD ausgeteilt. Wegen harter Sparmaßnahmen hätten die ARD-Anstalten entscheidende Schritte in die Zukunft verpasst, sagte Reitz dem Blatt.

„Die Jugend ist inzwischen längst von amerikanischen Angeboten ‚erzogen‘ worden – und das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat sie verloren“, kritisierte Reitz. Die Einbindung der Jugend sei zudem eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich die Sender und die Politik gemeinsam hätten stellen müssen", forderte Reitz, die künftig als Präsidentin der Münchner Filmhochschule arbeiten wird.

Auf die Frage, weshalb das nicht geschehen sei, kritisierte die Ex-TV-Direktorin das öffentlich-rechtliche System. „Man sollte die Kleinteiligkeit der Entscheidungen in einem Hörfunk- und TV-System wie der ARD nicht unterschätzen. Jeder agiert nach seinen Interessen, es gibt keine Gesamtstrategie.“

Auch die zunehmende Spaltung zwischen jungen und alten Mediennutzern sei besorgniserregend. „Wird der Abgrund nicht überbrückt, dann wird das System auseinanderbrechen. Dann wird es ein Seniorenfernsehen geben, namens Das Erste und ZDF – und ein digitales Angebot.“

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