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16/10/2015 03:10 CEST | Aktualisiert 16/10/2015 04:17 CEST

5 Medikamente, die Cannabis ersetzen kann

Eine Marihuana-Pflanze
Stockbyte via Getty Images
Eine Marihuana-Pflanze

Krebs, Alzheimer, Depressionen, Rheuma, MS, Morbus Crohn. All diese Krankheiten können erfolgreich mit Cannabis behandelt werden - und es ist nur eine kleine Auswahl einer langen Liste. Trotz der erwiesenen medizinischen Vorteile der Pflanze ist Cannabis in Deutschland weiterhin illegal. Und das, obwohl es im Gegensatz zu anerkannten Medikamenten keinerlei Nebenwirkungen mit sich bringt.

Dass die Cannabis-Legalisierung in Deutschland so schleppend vorankommt, hat nicht nur politische Gründe. Grünen-Chef Cem Özdemir identifizierte im HuffPost-Interview eine weitere Hürde: "Die Pharmaindustrie findet unsere Cannabis-Politik nicht gut", sagte er.

Kein Wunder. Der Cannabis-Wirkstoff THC lässt sich nicht patentieren und daher nicht zu Geld machen. Denn ein Medikament, das kein Geld kostet, aber großen Nutzen hat, ist ein ziemlich starker Konkurrent für etablierte Medikamente.

In den USA wird der Alptraum der Pharma-Industrie gerade wahr. Eine Umfrage des Centre for Addictions Research of British Columbia unter knapp 500 Cannabis-Konsumenten kam zu dem Ergebnis, dass 86 Prozent von ihnen mindestens ein Medikament durch Cannabis ersetzt haben.

Wir haben 5 solcher Medikamente herausgesucht, die überflüssig werden, sobald Cannabis legalisiert ist.

1. Schmerztabletten

Cannabis wird seit Jahren erfolgreich in der Schmerztherapie eingesetzt. Seine beiden Hauptwirkstoffe THC und CBD haben eine schmerzlindernde und krampflösende Wirkung. Cannabis kann daher auch sehr gut zur Behandlung von Regelschmerzen und Kopfschmerzen genutzt werden - und das ohne Nebenwirkungen, was von den meisten legalen Medikamenten nicht behauptet werden kann.


2. Tabletten gegen Übelkeit

Cannabis-Wirkstoffe helfen auch bei Übelkeit und Brechreiz. Davon profitieren insbesondere Krebs-Patienten, die mit dem natürlichen Wirkstoff die unangenehmen Symptome einer Chemotherapie bekämpfen.

Außerdem konnten verschiedene Studien beweisen, dass Cannabis sogar den Krebs an sich bekämpft. Besonders auffällige Erfolge konnten bei Brust- und Lungenkrebs, sowie Gehirntumoren festgestellt werden.

3. Antidepressiva

Ein Bestandteil von Cannabis wirkt wie ein Antidepressivum. Das fand ein Forscher der University of Sasketchewan in Kanada heraus.

Die stimmungsaufhellende Wirkung nach dem Konsum tritt ein, weil der Cannabis-Wirkstoff Gehirnzellen wachsen lässt - im Gegensatz zu den legalen Drogen Alkohol und Nikotin, die dieses Zellwachstum hemmen. Es handelt sich dabei um ein Gehirnareal, das sich Hippocampus nennt und in dem Ängste und Depressionen verarbeitet werden.

4. Schlaftabletten

Durch seine beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung hilft Cannabis auch bei Schlafstörungen und Albträumen. Das Einschlafen wird unter dem Einfluss der Droge einfacher. Zudem können längere Durchschlafphasen erreicht werden.

5. Ritalin

Die Aufmerksamkeitsdefizits-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird häufig mit Ritalin behandelt, doch auch bei dieser Erkrankung hilft Cannabis. Es verbessert die Konzentration und Impulskontrollstörungen werden reduziert.

Trotz der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Cannabis-Wirkstoffe ist es wichtig zu beachten, dass sie bei jedem Menschen anders wirken können. Der richtige Wirkstoff und die ideale Dosierung müssen von einem Arzt ermittelt werden.


Video:"Cannabis macht nicht süchtig": Warum diese Aussage so fatal falsch ist

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