WIRTSCHAFT
13/10/2015 16:29 CEST

Russlands Wirtschaft am Boden: 5 Gründe, warum Putin sein Land gegen die Wand fährt

Russland geht es schlecht, doch der Präsident sitzt fest im Sattel
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Russland geht es schlecht, doch der Präsident sitzt fest im Sattel

Wladmir Putin gibt nach außen hin gerne den starken Mann. Er, der russische Präsident und nicht der amerikanische, greift mit - wenn auch zweifelhaften Methoden - im syrischen Bürgerkrieg ein und drückt somit der ganzen Region seinen Stempel auf.

Doch während in der russischen Außenpolitik alles nach Plan zu laufen scheint, ziehen an der Heimatfront dunkle Wolken auf: Die Wirtschaft liegt, bedingt durch die westlichen Sanktionen, am Boden. Die Lebensqualität vieler Russen sinkt. Wie die "Welt" berichtet, muss Putin mittlerweile die Geldreserven seines Landes anzapfen - auch um den kostspieligen Militäreinsatz in Syrien zu finanzieren.

Hier sind 5 Zeichen, die zeigen, dass Putin sein Land gerade gegen die Wand fährt.

1. Die Inflationsrate erreicht neue Höchstwerte

Experten sagen dem Land für dieses Jahr eine Inflationsrate von 15 Prozent voraus. Im vergangenen Jahr lag der Wert noch bei etwa 7,8 Prozent. Nach der tiefen Rezession von diesem Jahr wird die Wirtschaft erst 2018 auf das Niveau von 2014 zurückkehren.

2. Russische Investoren haben kein Vertrauen in die Regierung

Investitionen müssen her, um das Land aus der Wirtschaftskrise zu führen. Doch für Investitionen braucht es auch Investoren und die haben ihr Vertrauen in die Putin-Administrationen verloren: Über Jahre hinweg hat die Regierung ihren direkten Einfluss auf die heimische Wirtschaft ausgedehnt. Gut dastehende Privatbetriebe wurden den großen Staatsunternehmen einverleibt. Die funktionierende Marktwirtschaft wurde durch einen Kreml-treuen Wirtschaftskurs ersetzt.

3. Der schwankende Ölpreis macht dem Land schwer zu schaffen

Für das Jahr 2018 haben Experten für das russische Exportgas einen Rekordpreisverfall prognostiziert. Demnach falle der Wert für das Gas auf 162 bis 194 Dollar je 1000 Kubikmeter. Das ist deutlich weniger als im Krisenjahr 2009. Da lag der Preis bei 286 Dollar.

Um diesem Szenario entgegenzutreten, muss der staatliche Energieriese Gazprom in immer teurer werdende neue Öllager investieren. Die zerrütteten Verhältnisse zum Westen legen den Fokus der Gaswirtschaft auf China, doch der Pipelineausbau ist teuer.

4. Steuererhöhungen bremsen die Konjunktur

Eigentlich plante die Regierung im September weiträumige Privatisierungen, die jedoch auf Grund der miesen Konjunkturlage abgeblasen wurden. Stattdessen erhöhte die Regierung die Steuern auf die Ölindustrie. Der für das Land überlebenswichtige Wirtschaftssektor wurde dadurch noch zusätzlich geschwächt.

5. Die Finanzreserven schwinden

Es geht aktuell hoch her im Kreml. Das Finanzministerium muss Gelder einsparen, stößt dabei aber immer wieder auf Widerstand: Pensionskürzungen und eine Anhebung des Rentenalters sind ebenso wie die Kürzung des Militäretats tabu. Stattdessen wurden nun die Bildungsausgaben um ein Zehntel gekürzt, die Reservefonds werden noch weiter geplündert.

Aber:

Am Ansehen von Wladimir Putin in seinem Heimatland ändert das jedoch alles nichts. Putin gibt weiter den Macher, der alle Probleme lösen kann. Und sein Volk glaubt es ihm: Laut einer Umfrage des Moskauer Meinungsforschungsinstituts Levada-Centre glauben über 70 Prozent der Bevölkerung, dass Putin bald wieder für bessere Zeiten in ihrem Land sorgen wird.

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