LIFESTYLE
12/10/2015 10:32 CEST | Aktualisiert 21/01/2018 09:33 CET

Studie zeigt, wie Depressionen mit Genen und Umwelteinflüssen zusammenhängen

Jupiterimages via Getty Images
Welchen Einfluss haben die Gene?

Wissenschaftler konnten bis heute nicht ganz klären, wie Depressionen entstehen und wovon sie ausgelöst werden. Eine Ursache könnte in den genetischen Veranlagungen liegen.

Forscher haben nun ein Gen identifiziert, das auf eine Anfälligkeit für Depressionen hinweist. Doch es bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Träger erkrankt. Im Gegenteil: Es kann sein Leben sogar positiv beeinflussen.

Das Gen ist für die Produktion von Serotonin zuständig. Serotonin ist ein Hormon, das unsere Launen reguliert. Das Gen kommt bei Menschen in unterschiedlicher Form vor.

In einer Studie, die diesen September im British Journal of Psychiatry veröffentlicht wurde, gingen Forscher der Frage nach, inwieweit diese genetische Veranlagung Depressionen auslösen kann.

Die Wissenschaftler untersuchten über einem Zeitraum von fünf Jahren die Gene von 333 Menschen. Ein Viertel der untersuchten Personen trug den spezifischen Genotyp in sich, der für ein erhöhtes Depressionsrisiko verantwortlich sein soll. Die Wissenschaftler befragten die Teilnehmer außerdem, ob sie traumatische Kindheitserlebnisse gehabt hätten.

Die Ergebnisse der Forscher:

• Die Menschen mit dem depressionsanfälligen Genotyp, die in ihrer Kindheit traumatisiert wurden, entwickelten im mittleren Alter viel öfter eine Depression als die Menschen ohne diese genetische Veranlagung.

• Allerdings fanden die Forscher auch heraus, dass die Menschen mit dem gleichen Genotyp im Schnitt glücklicher waren als Teilnehmer ohne das Gen. Der gleiche Faktor, der bei den einen das Risiko für Depressionen erhöht, macht andere also zufriedener im Leben.

Das heißt, dass der Lebensweg nicht wegen eines genetischen Risikos klar vorgezeichnet ist.

Auch unsere Erfahrungen spielen eine große Rolle dabei, wie unser weiteres Leben verlaufen wird. Die Wissenschaftler argumentieren, dass Depressionen stärker von Umweltfaktoren wie traumatischen Kindheitserlebnissen abhängen können als bisher angenommen.

Geleitet wurde die Studie von dem Psychiater Dr. Chad Bousman von der University of Melbourne. Er sagt abschließend zu seiner Forschung: „Man kann seinen Genotyp oder seine Kindheit nicht ändern, aber man kann Maßnahmen ergreifen, sein jetziges Umfeld zu verändern.“

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