POLITIK
12/10/2015 03:13 CEST | Aktualisiert 12/10/2015 06:07 CEST

Experte warnt: Blutiger Konflikt zwischen Türken und Kurden könnte auf Deutschland übergreifen

dpa
Blutiger Konflikt zwischen Türken und Kurden könnte auf Deutschland übergreifen

Der Konflikt in der Türkei zwischen Kurden und der Regierung droht nach dem Anschlag von Ankara nach Deutschland überzuschwappen. Bei dem Anschlag in der türkischen Hauptstadt wurden am Samstag nach jüngsten Angaben der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP 122 Menschen getötet und mehr als 500 weitere verletzt. Etwa 80 Kurden haben am Sonntag in Dresden gegen den Terroranschlag protestiert.

Zu der Spontandemonstration auf dem Theaterplatz hatte der Dresdner Verein Deutsch-Kurdischer Begegnungen aufgerufen. Auf einem Plakat wurde der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan als Terrorist bezeichnet. Die Demonstration blieb friedlich. In Essen dagegen gerieten Türken und Kurden aneinander - es gab Festnahmen. In den vergangenen Wochen ist es in Deutschland immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Kurden und nationalistischen Türken gekommen.

In der Türkei droht der Jahrzehnte alte Konflikt deshalb jetzt zu eskalieren. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, hat nach dem verheerenden Bombenanschlag in Ankara vor gewaltsamen Auseinandersetzungen von Kurden und nationalistischen Türken und auch in Deutschland gewarnt. "So wie die Stimmung jetzt gerade in der Türkei ist, befürchte ich eine weitere Eskalation auch hier", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Er beobachte Aufrufe zu ungenehmigten Demonstrationen in den sozialen Medien. Anhänger der verbotenen kurdischen PKK riefen zur Vergeltung auf. Die radikalen Gruppen seien zwar auf beiden Seiten in der Minderheit. Der Chef der Türkischen Gemeinde fügte jedoch hinzu: "Wehret den Anfängen."

Lesenswert:

Auch auf Huffpost:

Offene Türen für Vertriebene: So viele Millionen Flüchtlinge hat Deutschland schon aufgenommen

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite