POLITIK
11/10/2015 15:43 CEST | Aktualisiert 11/10/2015 16:04 CEST

Das antworten Kinder auf die Frage, ob sie ihr Zimmer mit einem Flüchtling teilen würden

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Oft sind es die Kleinen, die große Zeichen setzen. Das gilt auch für Jasmin, Chiara, Benedikt und Moritz. Vier Vierklässler aus Passau. Der Stadt, durch die Flüchtlinge in Deutschland als erstes kommen, wenn sie auf der Balkan-Route unterwegs sind. Die "Taz" hat sie gefragt, was sie über Flüchtlinge wissen – und noch viel mehr.

Und ihre Antworten sind unglaublich ehrlich. Ein paar ausgewählte Beispiele:

Frage: Was weißt du über Flüchtlinge?

Antwort: Ich hab was gesehen in der Zeitung, da hat meine Oma geweint. Da ist ein Baby ertrunken und lag am Strand. Das fand ich brutal.

Soll Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen?

Ich glaub, wir können schon noch mehr aufnehmen. Es ist gut, dass wir sie aufnehmen. Aber wir dürfen nicht zu viele Häuser bauen, sonst wird auch die Natur kaputt.

Frage: Würdet ihr euer Zimmer mit einem Flüchtlingskind teilen?

Ich hätte noch Platz frei. Ich würde gerne einen Flüchtling bei mir daheim aufnehmen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Flüchtlingskind und euch?

Dass bei denen im Land Krieg ist und bei uns nicht.

Welche Hilfe braucht ein Flüchtling hier in Deutschland?

Er sollte gut behandelt werden und kommt in die ärztliche Notaufnahme. Dann kommt er in ein Flüchtlingsheim und dort wird ihm zuerst was zu essen gegeben. Da kann er sich auch waschen.

Könnt ihr auch helfen?

Ja.

Wie denn?

Zum Beispiel meine Eltern haben einen ganz großen Sack mit Kleidern und Spielsachen und Kuscheltieren eingepackt und haben das ins Flüchtlingsheim gebracht.

Aber es gibt Länder, wie zum Beispiel England, die nicht so viele Flüchtlinge nehmen wollen. Versteht ihr das?

Ich hätte eine Idee, wie man das machen kann. Dass sich die Regierungen aus allen Ländern zusammensetzen und mit den Flüchtlingen reden. Zum Beispiel: Jedes Land nimmt 15.000 auf oder mehr. Dass sie dann ungefähr gleich sind, weil dann braucht keiner sagen: Ich hab jetzt mehr Flüchtlinge als ihr. Ich find, das wär besser, wenn sie gerecht aufgeteilt werden.

Wir sagen: Wäre die Welt ein besserer Ort, wenn wir sie mit Kinderaugen sähen? Gut möglich.

Stand-Up Comedian Imaani Brown: Ein Iraner rechnet mit unserer Flüchtlingspolitik ab

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

Seit dieser Aktion erreichen uns täglich weitere Dutzende Beiträge zu diesem Thema. Wenn Sie sich an der Diskussion mit einem eigenen Artikel beteiligen wollen, schreiben Sie an blog@huffingtonpost.de.

Es ist Zeit, dass wir in Deutschland ein Zeichen setzen. FÜR Weltoffenheit, FÜR Toleranz und FÜR Menschen in Not


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